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Stiftung Warentest

Keine Kombinationen bei Erkältung

19.12.2017
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Von Daniela Hüttemann / Bei einer Erkältung sollen laut Stiftung Warentest möglichst keine Kombinationspräparate zum Einsatz kommen, sondern die einzelnen Symptome gezielt behandelt werden. Das geht aus den Empfehlungen zu Erkältungspräparaten hervor, die die Stiftung gerade überarbeitet hat.

 

Gegen Halsschmerzen empfiehlt die Stiftung zuckerfreie Lutschbonbons mit Emser Salz (geeignet), Ambroxol oder Lidocain (mit Einschränkung geeignet). Bei Fieber erhalten die Wirkstoffe Ibuprofen oder Paracetamol als orale Darreichungsform eine Empfehlung, bei verstopfter Nase Xylometazolin oder Oxymetazolin als Nasenspray oder -tropfen. Die Präparate sollten keine Konservierungsstoffe enthalten und maximal fünf bis sieben Tage in der Selbstmedikation angewendet werden. Zudem seien salzhaltige Sprays zur Befeuchtung und Dexpanthenol zur Pflege sinnvoll. Von systemisch wirkenden Dekongestiva wie Pseudoephedrin wird dagegen aufgrund des Nebenwirkungspotenzials abgeraten.

 

Bei Reizhusten hält die Stiftung Hustenstiller mit Dextromethorphan für geeignet. Spitzwegerich bezeichnen die Tester als sanfter, allerdings nicht so gut belegt (mit Einschränkung geeignet). Diese Einstufung gilt auch für Husten­löser mit ACC oder Ambroxol sowie für Efeu- und Thymian-haltige Phytopharmaka. Die Wirkung traditioneller Heilpflanzen als Tees wie Linden- und Holunder­blüten, Thymian, Weidenrinde und Mädesüß sei ebenfalls nicht ausreichend belegt (mit Einschränkung geeignet). Gleiches gilt für Erkältungssalben und -bäder mit ätherischen Ölen.

 

Ebenfalls nur mit Einschränkung empfiehlt die Stiftung Echinacea-Präparate. Falls sie eingenommen werden, am besten gleich zu Beginn der Erkrankung und maximal über zehn Tage. Beim Pelargonium-Extrakt Umckaloabo unterscheidet die Stiftung ohne Begründung zwischen Tropfen, die mit Einschränkung bei akuter Bronchitis geeignet seien, sowie Saft und Tabletten, die weniger geeignet seien. Vermutlich ist die Abstufung der Studienlage geschuldet. Bei vorbestehenden Lebererkrankungen sollte das Präparat vorsichtshalber nicht eingenommen werden, rät die Stiftung. Keine klaren Belege und damit auch keine Empfehlung gebe es für hoch dosiertes Zink und Vitamin C. /

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