Pharmazeutische Zeitung online

Meldungen

18.12.2012  14:46 Uhr

Meldungen

 

Neurone aus Urin

 

PZ / Aus den im menschlichen Urin vorhandenen Nierenzellen lassen sich neue Nervenzellen für Forschungs- oder auch für therapeutische Zwecke gewinnen. Dies berichten Forscher um Duanquing Pei vom Gunangzhou Institut für Biomedizin und Gesundheit in China im Fachjournal »Nature Methods« (doi: 10.1038/nmeth.2283). Bereits im vergangenen Jahr hatte die Arbeitsgruppe Nieren-Epithelzellen aus dem menschlichen Urin zu pluripotenten Stammzellen (iPS) umprogrammiert. Nun entwickelten sie eine Methode, um diese Zellen direkt in neuronale Vorläuferzellen zu verwandeln, was schneller und komplikationsloser ist. Um die hierfür nötigen Reprogrammierungsfaktoren einzuschleusen, verwendeten sie einen viralen Vektor, der sich nicht in das zelluläre Erbgut integriert. In nur zwölf Tagen bildeten sich Kolonien von reprogrammierten Zellen, die neuronalen Stammzellen ähnelten, berichten die Forscher. Im richtigen Medium kultiviert, entwickelten sich diese zu funktionstüchtigen Nervenzellen. Als die Mediziner die Vorläuferzellen in die Gehirne von neugeborenen Ratten verpflanzten, überlebten die Zellen und differenzierten sich zu Neuronen.

 

Auch wenig Rauchen ist schlecht fürs Herz

 

PZ / Auch »leichtes« Rauchen von ein bis 14 Zigaretten pro Tag erhöht das Risiko für einen plötzlichen Herztod deutlich – nämlich um 84 Prozent. Dies ist das Ergebnis einer Auswertung von Daten aus der Nurses’ Health Study, die kanadische Forscher nun im Fachjournal »Circulation« (doi: 10.1161/CIRCEP.112.975219) veröffentlichten. Roopinder Sandhu und Kollegen vom Mazankowski Heart Institute in Edmonton hatten die Daten der mehr als 101 000 Frauen ausgewertet, die an der Studie teilgenommen hatten. Von ihnen starben seit den 1980er-Jahren 351 an einem plötzlichen Herztod. Raucherinnen waren dabei 2,5-mal häufiger betroffen als Frauen, die nie geraucht hatten. Das Risiko für einen plötzlichen Herztod nahm für jeweils fünf Jahre Tabakkonsum um 8 Prozent zu. Um auf das Niveau von Nichtraucherinnen zu kommen, müssen Ex-Raucherinnen lange warten: Erst 20 Jahre nach dem Rauchstopp ist das Risiko nicht mehr erhöht. In Deutschland sterben Schätzungen zufolge zwischen 100 000 und 200 000 Menschen pro Jahr en einem plötzlichen Herztod. /

Mehr von Avoxa