Pharmazeutische Zeitung online
Psychoonkologie

Auch die Seele im Visier

17.12.2012  18:22 Uhr

Von Martina Eimer, Nürnberg / »Warum gerade ich?«: Die Diagnose Krebs ist für viele Betroffene ein Schock. Bis zu 40 Prozent aller an Krebs erkrankten Menschen berichten von psychischen Nöten nicht nur durch die Entdeckung, sondern auch durch die Therapie maligner Tumore.

Ob Nierenkrebs, Mamma- oder Prostatakarzinom: »Die Diagnose lebensbedrohlicher Tumorerkrankungen wirft existenzielle Fragen auf«, unterstrich in einem Gespräch mit der Pharmazeutischen Zeitung (PZ) Professor Dr. Joachim Weis von der Klinik für Tumorbiologie an der Universität Freiburg. Weis ist gleichermaßen Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft e. V., Berlin. Ein solcher Schicksalsschlag, so Weis, könne Angst, Depressionen, Wut, Gefühle der Überforderung und Hilf­losigkeit, Aggressionen, tiefe Traurigkeit, Schuldgefühle, Selbstvorwürfe und Ohnmacht hervorrufen. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung oder dem Auftreten von Rezidiven kann die Konfrontation mit Sterben und Tod unumgänglich werden.

 

Stärkende Begleittherapie

 

Die Prävalenz psychischer Komplikationen bei Krebspatienten liegt bei 15 bis 20 Prozent. An erster Stelle steht die Anpassungs­störung, gefolgt von der Depression und der Angststörung. »Letztere steht bei Brustkrebspatientinnen ganz oben auf der Skala«, schilderte Weis. Bis in die 1990er-Jahre sei die Psycho­onko­logie vor allem der Frage nachgegangen, inwiefern psychische Faktoren zur Entstehung eines Tumors beitragen. Heute liege das Augenmerk insbesonders auf den psychischen und sozialen Belastungen von Krebspatienten.

Mit bildgebenden Verfahren lässt sich der Tumor sichtbar machen, die Gefühle, die mit der Erkrankung entstehen, bleiben jedoch verborgen. Das versucht die Psychoonkologie zu ändern. »Diese kommt in der Phase der Diagnose, der Behandlung, im weiteren Verlauf der Erkrankung und auch in Endstadien zum Einsatz. Auch psychosoziale Probleme von Langzeitüberleben­den werden immer stärker berücksichtigt«, so Weis.

 

Innerhalb der letzten 20 Jahre wurden zur Betreuung von Krebspatienten effektive psychologische Behandlungskonzepte entwickelt und wissenschaftlich evaluiert. Das Spektrum reicht nunmehr von der Beratung über begleitende supportive Betreuung bis hin zur psychotherapeutischen Therapie spezifischer Problembereiche. »Wir versuchen, auf verschiedene Arten zu intervenieren. Dazu zählen auch Information, Aufklärung und Psychoedukation. Ziel ist immer, dem Patienten zum besseren Umgang mit seiner Erkrankung zu verhelfen«, betonte der Psychoonkologe. Dadurch könnten Betroffene das Erlebte und Erfahrene nicht nur besser verkraften, sondern auch Neben- und Folgewirkungen reduzieren. Neben der Gesprächs- und Verhaltenstherapie zeigt unter anderem auch die Paar- und Familientherapie gute Erfolge. Die Psychoonkologie versteht sich nicht als Alternative zu medizinischen Therapiemaßnahmen, sondern stets als wissenschaftlich begründete Begleittherapie.

 

Gedanken ändern sich

 

In Deutschland gelten die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Psychosoziale Onkologie e. V. (dapo) und die Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie (PSO) in der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) als federführende Organe der Psychoonkologie. Auch und gerade auf der Homepage der dapo finden sich viele nützliche Hinweise für die Beratung in der Apotheke, so zum Beispiel eine aktuelle Literaturübersicht sowie Rezensionen und Vorstellungen von Büchern, die Krebspatienten an die Hand gegeben werden können.

 

Auch die Apotheker, so Weis, spielen neben Medizinern, Psychologen, Sozialarbeitern und/oder Theologen eine wichtige Rolle, wenn es um das Thema Psychoonkologie geht. »Apotheker beraten Patienten. Daher ist es wichtig, dass sie wissen, was eine Krebserkrankung aus psychosozialer und psychoonkologischer Sicht für den Betroffenen bedeutet und mit welchen Symptomen und Ängsten der Krebs einhergehen kann. In unserer Klinik haben wir daher auch Schulungen für Apotheker angeboten, da sie wichtige Informanten für die Patienten und deren Angehörige sind und konkrete Hilfestellungen geben können.« Die PSO biete diese Fortbildungen über den Verein Weiterbildung Psychosoziale Onkologie (WPO e. V.) an. Momentan sei Psychoonkologie noch keine geschützte Berufsbezeichnung. Jedoch setzen sich laut Weis die Fachverbände dafür ein, dass sich die Situation ändert.

 

Weis hat die Erfahrung gemacht, dass sich durch psychoonkologische Unterstützung die Einstellung zur Erkrankung modifizieren lässt und die damit verbundenen Probleme gemindert werden können. »Die Gedanken verändern sich. Die Patienten lernen, ihre Kraft zur Selbstheilung zu nutzen, indem sie befähigt werden, die Krankheit zu akzeptieren, den essenziellen Einschnitt in ihre Biografie zu integ­rieren und somit innere Ressourcen zu erschließen.« Anpassungsstrategien können helfen, mit neuen Lebenssituationen umzugehen und Krankheiten besser zu verarbeiten. Bei Komplikationen durch schwere Depressionen könne der (begleitende) Einsatz von Psychopharmaka angezeigt sein.

 

Generell, so der Onkologe, werden die derzeitigen psychoonkologischen Angebote überwiegend von Frauen genutzt. Das liege daran, dass Frauen grundsätzlich besser mit Belastungen umgehen können und offener für Hilfsangebote sind. Das männliche Geschlecht sei im Begriff, deutlich aufzuholen. In der Praxis fänden sich jedoch auch Patienten, die von den Angeboten der Psychoonkologie keinen Gebrauch machen wollen, obwohl sie unter starken Depressionen leiden.

 

Vielversprechende Studienlage

 

Wissenschaftliche Studien belegen die hohe Effektivität einzeltherapeutischer Interventionen durch professionell ausgebildete Psychoonkologen. »Sie zeigen, dass Patienten in die Lage versetzt werden, ihre Ängste zu konkretisieren und so Selbstheilungskräfte und innere Energie zu erschließen. Das kann auch in Gruppentherapien geschehen«, so Weis.

Untersuchungen konnten zudem zeigen, dass sich bei Übererregtheit, Anspannung, starker Angst und Traumata auch Entspannungsübungen als sinnvoll erweisen können. Gleiches gilt für Bewegungs-, Sport-, Musik- und Kunsttherapie.

 

In zahlreichen randomisierten und kontrollierten Interventionsstudien wurde die Verbesserung von Zielkriterien wie Lebensqualität, Stressreduktion, Stressmanagement und Überlebenszeit durch psychoonkologische Unterstützung untersucht. So sei in einer prospektiven randomisierten Interventionsstudie unter anderem getestet worden, ob die psychologische Betreuung stationärer chirurgischer Patientinnen und Patienten mit kolorektalen Karzinomen zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Reduktion der Situationsangst beiträgt.

 

Die Ergebnisse, so Weis, zeigen, dass die stationäre psychische Betreuung einen signifikant positiven Effekt im Sinne der Verbesserung des emotionalen Befindens während des Aufenthaltes hat.

 

Andere Studien könnten belegen, dass depressive Tumorpatienten eine schlechtere Prognose als nicht depressive Tumorpatienten haben. Gründe seien unter anderem auch darin zu finden, dass depressive Patienten häufig zum Therapieabbruch neigen, sich zurückziehen und somit durch das Versorgungsnetz fallen. Deshalb müssten Depressionen früh erkannt und in die Therapie der Krebserkrankung integriert werden. »Es existieren einige wenige Studien zur Effektivität der Psychoonkologie bei Prostata- oder Bronchialkarzinomen sowie zu bösartigen Tumoren der Haut. Insgesamt müssen jedoch unbedingt weitere Studien auch zu anderen Tumorerkrankungen folgen«, betonte Weis.

 

Ambulante Versorgung

 

Basierend auf den existierenden Studien hat die Deutsche Krebsgesellschaft in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachgesellschaften 48 Leitlinien der Entwicklungsstufen S1 bis S3 vorgelegt. Weis selbst koordiniert derzeit die Erstellung der S3-Leitlinie zur psychoonkologischen Diagnostik, Beratung und Behandlung erwachsener Krebspatienten im Rahmen des Leitlinienprogramms der Arbeitsgemeinschaft der DKG sowie der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und der Deutschen Krebshilfe (DKH), die Ende dieses Jahres fertig sein wird.

 

In den meisten Fällen wird dem Patienten bereits in der Klinik kurz nach der Operation beziehungsweise im Rahmen der Chemo- und/oder Strahlentherapie oder aber während der Rehabilitation psychoonkologische Unterstützung angeboten. In der ambulanten Versorgung bieten niedergelassene Psychotherapeuten, die sich psychoonkologisch fortgebildet haben, den Patienten Hilfe an. Entweder die Klinik selbst oder der behandelnde Onkologe beziehungsweise Hausarzt vermitteln den Kontakt und die Zusammenarbeit.

Adressen von psychosozialen Beratungsstellen lassen sich unter anderem über den Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (siehe Kasten) ermitteln. Auf dessen Homepage ist eine nach Bundesländern und Postleitzahlen geordnete Adresskartei zertifizierter Psychoonkologen abrufbar. Grundsätzlich helfen psychosoziale Krebsberatungsstellen auch bei Fragen, die sich aus der veränderten Lebenssituation nach der Diagnose Krebs ergeben und über rein medizinische Inhalte hinausgehen. Zwar können sich die Angebote regional unterscheiden, doch verstehen sich alle psychosozialen Krebsberatungsstellen als Ansprechpartner nicht nur für Krebspatienten, sondern auch für Angehörige und Freunde.

 

Abklärung der Kostenübernahme

 

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Psychotherapie, wenn es sich um ein von den Kassen anerkanntes Verfahren (Verhaltens­therapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder analytische Psychotherapie et cetera) handelt und wenn der Therapeut über eine Kassenzulassung verfügt. Nur in Einzelfällen werden die Kosten für die Behandlung bei einem Therapeuten ohne Kassenzulassung übernommen. Dies ist zumeist dann der Fall, wenn die Praxen von Psychotherapeuten mit Kassenzulassung überlaufen sind. Die Kostenübernahme muss dann im Vorfeld abgeklärt werden. Bei privaten Krankenversicherungen kommt es auf die abgeschlossenen Tarife an.

Kontaktadressen

Beratung und Vermittlung

 

Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums Im Neuenheimer Feld 280 69120 Heidelberg Telefon: 0800 4203040 (kostenfrei), E-Mail: krebsinformationsdienst(at)dkfz.dewww.krebsinformationsdienst.de

 

Deutsche Krebshilfe e. V. Stiftung Deutsche KinderKrebshilfe Dr. Mildred Scheel Stiftung für Krebsforschung Mildred Scheel Kreis e. V. Buschstr. 32, 53113 Bonn, Telefon: 0228 72990-0, E-Mail: deutsche(at)krebshilfe.de, www.krebshilfe.de.

Die Psychoonokologie kommt auch und gerade im Rahmen der palliativen Betreuung in Kliniken oder Hospizen zum Einsatz. Die »Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung« (SAPV) gewährleistet die Betreuung Sterbender zu Hause. Jedoch variiert die Möglichkeit der Kostenerstattung für eine psychoonkologische Unterstützung hier von Bundesland zu Bundesland. Auch psychosoziale Krebsberatungsstellen stellen den Kontakt zur Mitarbeitern und ausgebildeten Freiwilligen her, die Hausbesuche machen und/oder weitere Ansprechpartner vermitteln.

 

Auch und gerade eine Krebserkrankung im Kindesalter ist für die ganze Familie eine große Belastung. Die seelische Stabilisierung der Kinder, die Aktivierung ihrer Ressourcen und Widerstandskräfte stehen im Fokus der pädiatrischen Psychoonkologie. Diese widmet sich jedoch auch der Unterstützung der Eltern und Angehörigen. Manche Kinder sind oftmals schwer traumatisiert. Ziel der pädiatrischen Psychoonkologie ist es dann auch, den Traumafolgestörungen der Kinder und der gesamten Familie vorzubeugen. Um die Kinder zu erreichen, greifen die Therapeuten häufig auf unterstützende Techniken wie Malen, Zeichnen, Singen sowie das Erzählen von Geschichten und Märchen zur Stärkung ihrer Imaginationskräfte zurück. Die Pädiatrische Psychoonkologie setzt eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit von Pädiatern, Onkologen und Psychologen voraus und gelingt gleichermaßen nur in einem komplexen medizinischen Behandlungskonzept der zuständigen Disziplinen. Weiterführende Informationen für krebskranke Kinder und Jugendliche sowie ihre Eltern und Geschwister findet man im Internet unter www.onkokids.de. Die Seite www.kinderkrebsstif tung.de ist eine Informationsplattform, die sich speziell an betroffene Eltern richtet.

 

Erst in den letzten Jahren sind Kinder krebskranker Eltern als wichtige Zielgruppe erkannt worden, die von den Erkenntnissen der Psychoonkologie profitieren kann. Krebsberatungsstellen informieren auch hier über spezielle psychoonkologische Angebote für betroffene Kinder, die helfen, die Erkrankung der Eltern und die Gesamtsituation zu verstehen und somit das Zusammenleben zu verbessern.

 

Angst vor Stigmatisierung

 

Hat sich die Psychoonkologie in den letzten 20 Jahren zu einer auf Studien­erkenntnissen basierenden Fachdisziplin entwickelt, so wurde die überwiegende Zahl der Untersuchungen an Patientinnen mit Mammakarzinom durchgeführt. Auch wenn Studien zur Verlängerung der Überlebenszeit als umstritten gelten: Einige Untersuchungen aus den 1990er-Jahren belegen, dass Mammakarzinom-Patientinnen, die an unterstützenden Gruppenangeboten teilnehmen, länger leben. »Nehmen vor allem an Brustkrebs erkrankte Frauen die Angebote der Psychoonkologie wahr, so machen wir zumeist die Erfahrung, dass das Aussprechen, Benennen und Verstehen der Ängste für sie sehr entlastend wirkt und ihnen hilft, besser mit der Erkrankung zurechtzukommen«, so Weis.

Das betonte auch Professor Dr. Dipl.-Psych. Manfred E. Beutel, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz, gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung. Brustkrebspatientinnen seien Vorreiter offenbar auch aufgrund der Tatsache, dass sie sehr gelungen auch durch Selbsthilfegruppen unterstützt werden. So oder so: Es herrsche Konsens, dass alle Krebs-Patient(inn)en die Möglichkeit haben sollten, psychoonkologische Hilfe zu erhalten.

 

Auch Beutel hob hervor, dass gerade Patienten, die nicht gewohnt sind, über sich und ihre Probleme und Belastungen zu sprechen, Mühe hätten, psychoonkologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ebenso schwer täten sich Ältere und Menschen mit niedriger Bildung.

 

Krebs und Psyche: Manche Patienten fühlen sich durch das Angebot psychologische Mitbetreuung in doppelter Weise stigmatisiert. Dem könne man nur durch die von Haus aus enge Integration der Psychoonkologie in die medizinische Versorgung entgegenwirken. Die Psychoonkologie müsse selbstverständlicher Bestandteil der onkologischen Versorgung sein. Dann hätten die Patienten die wenigsten Schwierigkeiten, diese anzunehmen.

Wie Weis verwies auch Beutel auf die Bedeutung der Durchführung weiterer Studien. »Nur in klinischen Studien können wir den Nachweis an Wirksamkeit liefern. Insgesamt ist die Befund­lage für die Wirksamkeit von Psychotherapie sehr gut, aber wir müssen natürlich auch sicherstellen, dass sich diese Interventionen bei Krebspatienten praktikabel umsetzen lassen.«

 

Hohe Akzeptanz bei Frauen

 

An der Universität Mainz läuft derzeit eine Studie zur Effektivität psycho­dynamischer Kurzzeittherapien bei Frauen mit Mammakarzinom. »Wir haben niedergelassene Psychotherapeuten geschult und ihnen detaillierte Behandlungspläne an die Hand gegeben. Anhand von Videoaufnahmen haben wir dann die Art der Durchführung der Therapie kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert«, so Beutel. In die Studie, die derzeit ausgewertet wird, sind 157 Patientinnen eingeschlossen. Es handelt sich um Frauen mit Mammakarzinom in unterschiedlichen Stadien. Patientinnen mit metastasierten Mammakarzinomen sind ausgeschlossen. Es sind Frauen, die sich einer Operation, Chemo- und/oder Strahlentherapie unterzogen haben und Zeichen einer Depression, also depressiven Anpassungsstörung bis hin zu schweren depressiven Episoden, zeigen.

 

Als ein Endpunkt der Studie wurde die Remission oder die Besserung der Depression um einen Skalenwert auf der Depressionsskala definiert. »In weiteren Nachuntersuchungen wollen wir feststellen, ob es sich um eine kurzfristige Besserung handelt oder ob wir langfristig helfen können«, betont Beutel. Die Studie soll Ende 2012 abgeschlossen werden, sodass erste Auswertungen 2013 vorliegen. Beutel erhofft sich effektive Behandlungsformen sowohl zum Wohl der Patienten als auch zur Unterstützung der Therapeuten. Deren Aus-, Fort- und Weiterbildung müsse gestärkt werden, damit sie mit krebskranken Patienten arbeiten können. Hier müsse sicherlich noch einiges verbessert werden.

 

Der Psychologe hob »interessante neue Erfahrungen«, hervor, die man im Rahmen dieser Studie bereits gewinnen konnte. Zwar habe in den meisten Fällen die Krebserkrankung die Depression ausgelöst. Auffallend sei aber, dass vor allem Frauen betroffen sind, die früher bereits unter Depressionen litten und jetzt wenig soziale und emotionale Unterstützung erfahren. »Das sind sicherlich zwei wichtige Risikofaktoren«.

 

Bislang habe sich gezeigt, dass Patientinnen, die sich auf die Behandlung einlassen, dieser trotz der körperlichen und seelischen Belastungen durch die vorherige Operation, Chemo-, Strahlentherapie treu bleiben, also einen Benefit für sich erkennen. »Die Akzeptanz ist sehr gut. Das allein ist bereits ein wichtiges Ergebnis«, unterstreicht der Studienleiter. /

Die Autorin

Martina Eimer studierte Psychologie und Kommunikations­wissen­schaften an der Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg. Nach einem Volontariat beim regionalen TV-Sender Franken-Fernsehen übernahm sie 1992 die Leitung des Ressorts Medizin und die Moderation des Gesundheitsmagazins »pulsschlag«. Danach wechselte sie als Autorin nach Mainz zum Zweiten Deutschen Fernsehen und arbeitete als Redakteurin für das »Gesundheitsmagazin Praxis«. 2002 gründete sie das Medienbüro Martina Eimer und arbeitet seitdem als Medizin- und Wissenschaftsjournalistin für medizinische und psychologische Fachzeitschriften sowie für Fachverlage. Zudem produziert sie wissenschaftliche Beiträge für öffentlich-rechtliche TV-Sender.

 

 

Martina Eimer, Winzelbürgstraße 22, 90491 Nürnberg, E-Mail: martina.eimer(at)t-online.de

Mehr von Avoxa