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Burnout

Vorbeugen lohnt sich

20.12.2011
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Von Elke Engels / Dauerstress, der nicht ausgeglichen wird, kann zu Burnout führen. Am häufigsten trifft es besonders engagierte und motivierte Mitarbeiter, die zweifelsohne auch in der Apotheke anzutreffen sind. Wer sich rechtzeitig mit dem Thema auseinandersetzt, kann gegensteuern. Besonders wichtig ist, am Arbeitsplatz über Verantwortungsbereiche und persön­liche Erwartungen zu sprechen.

Burnout hängt mit vielen Faktoren zusammen, dahinter steckt weit mehr als übertriebener Ehrgeiz. Typische »Burnout-Fallen« in der Apotheke sind beispielsweise nicht klar definierte Zuständigkeitsbereiche, Unter- oder Überforderung, ein zu geringer Handlungsspielraum, Konkurrenzdruck im Team, fehlende Wertschätzung durch Vorgesetzte oder Kollegen sowie ausschließlich destruktive Kritik.

 

Keine Unterstützung

 

Viele dieser Faktoren können vom Chef, aber auch vom Team, beeinflusst werden. So sind viele angestellte PTA oder Apotheker im Laufe der Zeit zunehmend demotiviert, weil bei guten Arbeitsergebnissen gar nicht oder nicht ausreichend gelobt wird und bei schlechter Leistung keine Unterstützung angeboten wird.

Das Lob der anderen kann man nicht erzwingen, aber man kann selbst damit beginnen. Das gilt in Bezug auf die Mitarbeiter und auf die eigene Person. Reflektieren Sie am Abend oder in der Pause, was Ihnen in den Stunden zuvor richtig gut gelungen ist. »Herr Antonius hat mich nicht provoziert. Ich habe ihn sachlich beraten, obwohl er sehr unhöflich war. Ich bin stolz über meine Gelassenheit.« Oder: »Die Kollegin hat mal wieder Ihre Kaffeetasse im Labor stehen lassen. Ich habe sie aufgefordert, die Tasse wegzuräumen, anstatt diese wie immer in die Spüle zu stellen.«

 

Dinge zur Sprache zu bringen, ist sehr wichtig, wenn man im Team arbeitet. Eine offene Gesprächsführung sollte ebenso wie die Burnout-Prophylaxe ein stets präsentes Thema der Teamsitzungen sein. Störende Verhaltensweisen können nur geändert werden, wenn man darüber spricht.

 

»Ich bin im Stress, ich habe keine Zeit!« Wie oft haben Sie das heute schon gesagt? Die meisten Menschen sind täglich im Stress, doch nicht immer ist er belastend. Kurzzeitig kann er sogar beflügeln und für den nötigen Kick im Alltag sorgen. Plötzlich ist man fähig, Dinge zu tun, die unter normalen Bedingungen nicht möglich wären.

 

Die Auswirkungen von Stress auf den Körper sind immer abhängig vom individuellen Umgang mit der Belastung selbst. Was Frau Müller beflügelt und im positiven Sinne antreibt, belastet Herrn Meier und bremst ihn aus. Stress hat in der Regel nur dann negative Folgen, wenn die betreffende Person durch die Situation beherrscht wird. Der Gestresste fühlt sich dann der Belastung ausgeliefert und hat keine Kontrollmöglichkeit mehr. Die Abwärtsspirale des Burnout beginnt.

 

Häufige Anfangssymptome sind Kopf-, Nacken-, Rücken- und Muskelschmerzen sowie Schlafstörungen, erhöhte Reizbarkeit, Antriebs- und Kraftlosigkeit oder Apathie. Man fühlt sich ausgelaugt und niedergeschlagen. Immer häufiger vergisst man Termine, Konzentrationsstörungen nehmen überhand. Schließlich ist man im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr in der Lage, Prioritäten zu setzen. Man kann selbst banale Entscheidungen nicht mehr treffen.

 

Ansprüche überdenken

 

Ein wichtiges Ziel der Burnout-Prophylaxe ist es, Anspannung durch Entspannung auszugleichen. Das beginnt mit der Überprüfung der Ansprüche, die man an sich selbst stellt. »Ich lasse die Pause ausfallen und kontrolliere neben meiner normalen Arbeit die Rezepte.« Solche Denkansätze sollten geändert werden. Stattdessen sollten sie lauten: »Ich gebe mein Bestes, und wenn ich dann noch Zeit habe, kontrolliere ich die Rezepte.« Es ist sehr wichtig, Pausen einzuhalten und diese auch »gewinnbringend« zu gestalten. Wer sich in der Pause an der frischen Luft bewegt, auf gesunde Ernährung achtet und ausreichend Wasser trinkt, hat schon viel zur Regeneration beigetragen. / 

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