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20.12.2011
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Nerven aus Seide

 

PZ / Feinste Seidenfasern können verletzten Nerven beim Wachsen helfen. Das hat ein internationales Forscherteam herausgefunden und im Fachjournal »Advanced Functional Materials« publiziert. Bei dem von den Wissenschaftlern entwickelten Verfahren werden Seidenfasern elektrisch gesponnen und gleichzeitig mit Wachstumsfaktoren versehen. Die dabei entstehenden Fasern sind nur wenige Millionstel Millimeter dick. Werden sie auf einem Deckgläschen parallel zueinander angeordnet, wachsen Nervenzellen an ihnen entlang, wie die Forscher in Zellkulturen mit Netzhautnervenzellen von Ratten zeigen konnten. In einem nächsten Schritt wollen die Forscher untersuchen, inwieweit auch Gliazellen, die das Stützgewebe der Nervenzellen bilden, mithilfe der Seidenfasern ihre Orientierung wiedererlangen können. Anschließend soll das Modell in Tierversuchen getestet werden. Sollten diese erfolgreich verlaufen, könnte die Methode eines Tages dabei helfen, Menschen vor einer Erblindung zu bewahren. Denn die Nerven des Zentralnervensystems, zu denen auch der Sehnerv gehört, sind anders als die Nerven des peripheren Nervensystems nicht zur Regeneration fähig. Wird der Sehnerv beispielsweise bei einem Unfall durchtrennt, erblindet der Betroffene unabwendbar.

 

Schütteltrauma: Auch Blutergüsse im Rückenmark

 

PZ / Geschüttelt zu werden, ist für Säuglinge lebensgefährlich. Da die Muskulatur des Nackens noch nicht stark genug ist, um den Kopf zu halten, schwingt dieser beim Schütteln stark hin und her, und es bilden sich Blutergüsse unter der harten Hirnhaut (Dura mater). Da Babys, die geschüttelt wurden, keine äußeren Verletzungen aufweisen, sind diese sogenannten subduralen Blutergüsse für Ärzte ein wichtiger Hinweis auf ein Schütteltrauma. Jetzt haben Radiologen und Pädiater der Uniklinik in Innsbruck herausgefunden, dass häufig auch der Wirbelkanal betroffen ist, der das Rückenmark schützt. Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) mit.Starkes Schütteln von Babys und Kleinkindern ist laut DEGUM eine der häufigsten Formen von Kindesmisshandlung. Etwa ein Viertel aller Babys mit Schütteltrauma stirbt daran. In Deutschland sind das pro Jahr etwa 100 bis 200 Säuglinge. Überlebt das Kind, bleiben oft schwerwiegende geistige und körperliche Behinderungen zurück. Nicht immer steckt böser Wille hinter einem Schütteltrauma: Schreien Babys stunden- oder gar nächtelang, kommt es vor, dass Eltern aus Verzweiflung oder Überforderung die Kontrolle über sich verlieren und ihr Kind heftig schütteln.

 

Mangelernährung: Mehr Senioren betroffen

 

PZ / Immer mehr Senioren müssen wegen einer Mangelernährung ins Krankenhaus. Allein bei den DAK-Versicherten stieg die Zahl der Patienten, die laut Haupt- oder Nebendiagnose mangelernährt waren, von mehr als 11 000 Fällen in 2009 auf rund 17 000 im Folgejahr. Für dieses Jahr rechnet die DAK sogar mit mehr als 21 000 Fällen. Die Patienten waren im Schnitt 70 Jahre alt. Kamen die Patienten wegen anderer Eingriffe wie Diabetes, Herzschwäche oder Oberschenkelhalsbruch in die Klinik, stellten die Ärzte oft auch einen Mangel an Proteinen oder Vitaminen fest. Laut DAK verteuert die Diagnose Mangelernährung den Krankenhausaufenthalt im Schnitt um 3000 Euro. Zudem wirkt sich Mangelernährung in der Regel negativ auf den Genesungsprozess aus. Warnzeichen einer Mangelernährung sind unter anderem eine geringere körperliche Belastbarkeit oder kognitive Defizite. Auch Übergewichtige können mangelernährt sein. Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung mit Milchprodukten, Obst, Gemüse, Vollkornprodukten sowie Fisch und Fleisch.

 

E-Zigaretten gesundheitsgefährdend

 

dpa / Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) warnt vor Gefahren durch nikotinhaltige E-Zigaretten. Diese enthielten neben dem Suchtstoff Nikotin häufig auch andere gesundheitsschädigende Substanzen, erklärte die BZgA in Köln. Der mittels elektronischer Zigaretten eingeatmete Dampf könne kurzfristige Atemwegsreizungen auslösen, die gesundheitlichen Auswirkungen bei wiederholtem Konsum seien noch ungewiss. In einigen der Zigaretten-Kartuschen haben amerikanische Behörden der BZgA zufolge gar krebserregende Substanzen nachgewiesen. Schließlich seien die E-Zigaretten auch für eine Rauchentwöhnung ungeeignet, so BZgA-Direktorin Elisabeth Pott: »Für einen auf Dauer erfolgreichen Rauchstopp ist eine Verhaltensänderung nötig, die mit dem Konsum von E-Zigaretten aber nicht erreicht wird.« Bereits in der vergangenen Woche hatte die Gesundheitsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Barbara Steffens (Grüne), vor den Gefahren durch E-Zigaretten gewarnt. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg hatte die E-Zigaretten im November als »keine unbedenkliche Alternative« bezeichnet.

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