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20.12.2011  16:01 Uhr

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Einigung im Skontostreit

 

PZ / Der schweizerische Phar­makonzern Novartis und der deutsche Großhändler Gehe haben sich auf neue Zahlungs- und Lieferbedingungen geeinigt. Die neuen Konditionen stellten für beide Seiten einen sinnvollen Kompromiss dar, teilte Novartis mit. Neben neuen Skonti hätten die beiden Unternehmen »zahlreiche operative und logistische Verfahrensregeln« vereinbart. Einzelheiten nannte das Unternehmen nicht. Mit drei weiteren Großhändlern stehe man noch in Verhandlungen. Derzeit würden alle vollversorgenden deutschen Großhändler beliefert, auch diejenigen, mit denen eine Einigung noch aussteht, teilte Novartis weiter mit. Mitte November war Gehe an die Öffentlichkeit gegangen, da Novartis nach dem Scheitern von Verhandlungen Gehe nach Aussage des Großhändlers nicht mehr beliefert hatte. Andere Großhändler berichteten daraufhin ebenfalls von Nicht-Belieferung oder Lieferung zu von Novartis diktierten Konditionen.

 

Ticagrelor: Weg frei für Preisverhandlungen

 

dpa / Erstmals können in Deutschland Pharmaher­steller und Krankenkassen über den Preis eines Medikaments verhandeln. Mit der jüngsten Reform der Koalition, dem Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG), ist der Weg dafür jetzt frei. Den Auftakt macht ein Thrombozytenaggregationshemmer: Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) von Ärzten, Krankenkassen und Krankenhäusern bescheinigte dem Wirkstoff Ticagrelor (Brilique®) des Herstellers Astra Zeneca einen zusätzlichen Nutzen gegenüber einer bisherigen Therapie. Das Mittel soll die Überlebensrate von Herzinfarktpatienten verbessern. Im nächsten Schritt werde der Kassen-Spitzenverband mit Astra Zeneca Preisverhandlungen führen, teilte der GBA mit. Dieses Verfahren wurde mit dem AMNOG geschaffen. Neue Medikamente werden auf ihren Zusatznutzen gegenüber vergleichbaren Therapien geprüft. Der GBA entscheidet auf Basis von Berichten der Hersteller, ob und, wenn ja, welchen Zusatznutzen ein neues Mittel hat. Nur für solche Mittel, denen der GBA einen Zusatznutzen attestiert, zahlen die Kassen auch mehr. Derzeit befinden sich rund 20 weitere Wirkstoffe im Verfahren der frühen Nutzenbewertung.

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