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REM-Schlaf-Verhaltensstörung

Unruhiger Schlaf kündigt Parkinson an

09.12.2015
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Von Annette Mende / Menschen, die während des REM-Schlafs um sich schlagen, strampeln und reden, erkranken mit hoher Wahrscheinlichkeit in den folgenden Jahren an Parkinson. Die sogenannte REM-Schlaf-Verhaltensstörung betrifft häufig ältere Männer.

 

Dabei ist die Muskelatonie aufgehoben, die normalerweise dafür sorgt, dass man während des REM-Schlafs trotz lebendiger Träume bewegungslos daliegt. Betroffene agieren ihre Träume aus und können dabei sich selbst und Menschen in ihrer Umgebung verletzen.

Die Muskelatonie während des REM-Schlafs wird vom Gehirn aktiv durch Dopamin-Ausschüttung erzeugt. An diesem Botenstoff mangelt es bei Parkinson, wodurch sich der Zusammenhang erklärt. Berichtet beispielsweise eine Ehefrau über Aggressionen ihres Mannes im Schlaf, sollte der Betroffene an einen Neurologen verwiesen werden.

 

Die REM-Schlaf-Verhaltensstörung gilt als das spezifischste Frühzeichen einer Parkinson-Erkrankung. Da sie meist deutlich vor den typischen Symp­tomen wie Tremor, Rigor und Gang­unsicherheit auftritt, sehen Ärzte hier einen Ansatzpunkt, durch gezielte Intervention möglichst viele dopamin­erge Neuronen zu erhalten. Diese sind zum Zeitpunkt der Diagnose meist schon zu mehr als 50 Prozent zugrunde gegangen. /

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