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Gute Betreuung noch besser machen

06.12.2017
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Von Annette Mende, Berlin / Die Förderinitiative Pharmazeutische Betreuung (FI) hat sich die Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) durch eine intensivierte apothekerliche Betreuung auf die Fahnen geschrieben. Um Möglichkeiten hierzu aufzuzeigen, unterstützt sie diverse Forschungsprojekte finanziell. Bei der Mitgliederversammlung der FI vergangene Woche in Berlin erhielten die Mitglieder einen Überblick über den Status quo der geförderten Projekte.

 

Apothekerin Dr. Nina Griese-Mammen berichtete über die PHARM-CHF-Studie, ein apothekenbasiertes Programm für Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, das bereits einige Jahre läuft. In der randomisierten kontrollierten Studie soll untersucht werden, ob eine kontinuierliche interdisziplinäre Intervention die Therapietreue bei älteren Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz verbessert sowie die Sterblichkeit und Krankenhausaufenthalte reduziert.

»Im vergangenen Jahr konnte die Betreuung der Patienten abgeschlossen werden. Jetzt geht es an die Datenauswertung«, sagte Griese-Mammen. Alle Beteiligten hätten sich darauf geeinigt, über die Ergebnisse der Studie erst nach deren Veröffentlichung zu berichten.

 

Ebenfalls eine FI-Förderung erhält Elisabeth Pfister aus München für ihr Projekt, mit dem sie den Einfluss einer ­Medikationsanalyse (MA) auf die Therapie von Typ-2-Diabetikern untersucht. »Es geht um die Anwendung einer MA unter Alltagsbedingungen«, betonte die Apothekerin. Ergeben sich Änderungsempfehlungen der Medikation, werden diese dem behandelnden Arzt per Fax übermittelt. Von den Medizinern komme daraufhin größtenteils positive Resonanz, ­allerdings reagierten auch einige skeptisch auf die »Ein­mischung« des Apothekers.

 

Last but not least berichtete Apotheker Tobias Störmer über seine »Machbarkeitsuntersuchung zur Anwendung von pharmakogenetischen Daten im Rahmen der Beratung zur stratifizierten Pharmakotherapie in brandenburgischen ­Apotheken am Beispiel des Thrombozytenaggregationshemmers Clopidogrel«. Da der aktive Metabolit von Clopidogrel erst durch Verstoffwechslung durch CYP2C19 gebildet wird, ist es wichtig für die Wirksamkeit der Therapie, ob der Patient ein langsamer oder schneller CYP2C19-Metabolisierer ist. Das sollen die teilnehmenden Apotheken über das von der Firma Humatrix angebotene System Stratipharm analysieren lassen und dann diese Information in die Beratung einfließen lassen. /

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