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Hepatitis-C-Therapie

PRAC bestätigt Hepatitis-B-Reaktivierung

07.12.2016
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Von Daniela Hüttemann / Unter einer Therapie mit direkt wirkenden antiviralen Arzneimitteln gegen Hepatitis C kann eine schlummernde Hepatitis B wieder aufflammen. Diesen bereits seit Längerem bestehenden Verdacht hat jetzt das Pharmakovigilanz-Komitee PRAC der Europäischen Arzneimittelagentur bestätigt.

 

Der PRAC empfiehlt daher, alle Patienten mit Hepatitis-C-Virus (HCV)-Infektion vor Beginn einer Therapie auf eine Koinfektion mit Hepatitis-B-Viren (HBV) zu untersuchen. Ist diese gegeben, muss die Therapie entsprechend der aktuellen Leitlinie überwacht und angepasst werden.

 

Wie kommt es zu diesem Effekt? Vermutlich unterdrückt eine Infektion mit dem RNA-Virus HCV eine bestehende Infektion mit dem DNA-Virus HBV. Die rasche Reduktion der HCV- Viruslast durch die direkt wirkenden antiviralen Arzneimittel, die HBV nichts anhaben können, macht die Bahn frei für HBV, so die Hypothese.

 

Obwohl die Häufigkeit einer Hepatitis-B-Reaktivierung den bisherigen Fallzahlen zufolge eher als gering einzuschätzen ist, empfiehlt der PRAC, den Fachinformationen eine entsprechende Warnung hinzuzufügen. Nach Angaben des Ausschusses sind bislang rund 30 Fälle unter Tausenden behandelten Patienten aufgetreten. Eine reaktivierte Hepatitis B kann im weiteren Verlauf tödlich enden. /

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