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07.12.2010  17:09 Uhr

EU-Razzia bei Pharmafirmen

 

dpa / EU-Ermittler haben Geschäftsräume von europäischen Pharmaherstellern durchsucht. Es gebe den Verdacht, dass die Unternehmen alleine oder gemeinsam die Einführung von Generika verzögert hätten, teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit. Namen der betroffenen Unternehmen wurden auch auf Nachfrage nicht mitgeteilt. Die Durchsuchungen in mehreren Mitgliedstaaten fanden bereits am Dienstag statt. Falls die Kommission konkrete Hinweise auf Verstöße gegen die Wettbewerbsregeln hat, kann sie gegen die Unternehmen Verfahren wegen verbotener Absprachen oder Ausnutzens einer marktbeherrschenden Stellung eröffnen. Am Ende von solchen Verfahren drohen hohe Bußgelder von bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes.

 

Avie-Geschäftsführer geht

 

PZ / Rainer Walter Schell ist seit 1. Dezember 2010 nicht mehr Geschäftsführer der Apothekenkooperation Avie, teilte das Unternehmen mit. Über die Gründe machte Avie keine Angaben. Die Geschäftsführung verbleibe in den Händen von Prof. Edwin Kohl und Dr. Thomas Zenk. Die Aufgaben von Schell übernimmt Zenk. Zudem soll er den Vertrieb und Ausbau der Kooperation vorantreiben. Avie gehört zur Kohl Medical AG.

 

Pfizer-Chef zurückgetreten

 

PZ / Der Chef des weltgrößten Pharmaherstellers Pfizer, Jeffrey Kindler, ist überraschend von allen Ämtern zurückgetreten. Nach der Megafusion mit Wyeth wolle er Zeit finden, seine »Batterien aufzuladen«, hieß es in einer am Sonntagabend verbreiteten Mitteilung. Demnach wird Ian Read neuer Vorstandschef von Pfizer. Der 57-Jährige war bislang Chef der Biopharmazie-Sparte. Kindler stand seit 2006 an der Spitze von Pfizer.

 

EU erlaubt Herzmittel

 

PZ / Der britische Pharmakonzern Astra-Zeneca hat von der Europäischen Kommission eine Zulassung für sein Herzmittel Brilique erhalten. Damit hat das Unternehmen bald ein Konkurrenzpräparat zum umsatzstarken Blutverdünner Plavix von Sanofi-Aventis und Bristol-Myers Squibb auf dem europäischen Markt. In der Mehrheit der Länder werde Brilique wegen der Preisverhandlungen in der zweiten Hälfte des Jahres 2011 erhältlich sein, teilte Astra-Zeneca mit. Brilique soll Patienten, die schon einmal einen Herzinfarkt hatten oder unter starken Brustschmerzen leiden, vor Blutgerinnseln schützen.

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