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26.11.2013
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Rosiglitazon: Auflagen in den USA fallen weg

PZ / Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat ihre Auflagen für die Verordnung und den Vertrieb des oralen Antidiabetikums Rosiglitazon zurückgenommen. Hintergrund dieser Entscheidung sind neue Erkenntnisse über das Herz-Kreislauf-Risiko des Arzneistoffs. Im Vergleich zu anderen oralen Antidiabetika wie Metformin und Sulfonylharnstoffen sei das Herzinfarktrisiko unter Rosiglitazon nicht erhöht, schreibt die FDA in einer Pressemitteilung. Rosiglitazon-haltige Arzneimittel sind damit ab sofort in den USA wieder ohne Einschränkungen verfügbar. Das kardiovaskuläre Risiko von Rosiglitazon hatte die europäische Arzneimittelbehörde EMA 2010 dazu bewogen, den Wirkstoff vom Markt zu nehmen. Die FDA entschied sich anders: Sie stellte den Wirkstoff unter besondere Beobachtung, beschränkte die Verordnung auf speziell qualifizierte Ärzte und den Verkauf auf registrierte Apotheken. Auch Patienten, die mit Rosigli- tazon behandelt wurden, mussten sich registrieren lassen. Diese Auflagen fallen nun weg.

 

Krebsmittel in virtuellem Screening identifiziert
PZ / Freiburger Wissenschaftler haben eine Substanz entdeckt, die Leukämiezellen an der ungebremsten Zellteilung hindert. In »Angewandte Chemie International Edition« veröffentlichte das Forscherteam um Projektleiter Professor Dr. Stefan Günther vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Freiburg Untersuchungsergebnisse (doi: 10.1002/anie.201307652). Wie aus einer Pressemeldung der Universität hervorgeht, blockiert der Wirkstoff XD14 die Funktion einiger sogenannter epigenetischer Leseproteine. Diese erkennen epigenetische Veränderungen an Histonproteinen und geben daraufhin ein Signal weiter, um zum Beispiel eine Zellteilung auszulösen. Im Falle von Leukämie kann es durch genetische Mutationen zu einer Störung in der Signalkette kommen. Die Zellen teilen sich dann ungebremst. Den neuen Wirkstoff haben die Wissenschaftler mit einem virtuellen Screening entdeckt. Ziel war es, Substanzen zu identifizieren, deren Bindungskraft so groß ist, dass sie die Signalweitergabe unterdrücken können. Bei XD14 wurden die Forscher fündig. Im nächsten Schritt muss nun geklärt werden, ob sich das Molekül als Medikament eignet. /

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