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Bürgerschaftswahl

Apothekerin übernimmt Spitzenkandidatur

30.11.2010
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PZ/dpa / Die Apothekerin und CDU-Politikerin Rita Mohr-Lüllmann will Bremens erste Regierungschefin werden. Als Spitzenkandidatin der Union wird sie Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) bei der Bürgerschaftswahl 2011 herausfordern.

»Ich bin bereit, für Veränderungen in diesem Land zu kämpfen«, sagt die 53-Jährige, die Parteifreunde als »tapfer und mutig« beschreiben. Sie ist in der Politik eine Quereinsteigerin. Seit Juli 2003 gehört die stellvertetende Landesvorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion an.

Die Apothekerin machte sich vor allem als Gesundheits­po­litikerin einen Namen. Politische Konkurrenten kriti­sie­ren, Mohr-Lüllmann fehle als CDU-Spitzenkandidatin »die Bandbreite der Themen«, man kenne nur ihre Position zur Sozialpo­litik.

 

Die zweifache Mutter arbeitete in dem Untersuchungs­aus­schuss mit, der den Tod des kleinen Kevin aufklären sollte. Die Leiche des Jungen war 2006 im Kühlschrank seines Ziehvaters gefunden worden. »Kinder haben im Drogenmilieu nichts zu suchen«, forderte die Politikerin und kritisierte auch in den folgenden Jahren immer wieder das von den Sozialdemokraten geführte Sozialressort.

 

Die in Westfalen geborene Mohr-Lüllmann betont, dass sie keine Berufspolitikerin ist. Sie wolle auf ihren Beruf nicht verzichten, um »die Bodenhaftung und den Kontakt zur Basis nicht zu verlieren«.

 

Bahr wird FDP-Vorsitzender in NRW

 

Zusammen mit ihrem Mann führt sie neben ihrer politischen Arbeit ein Unternehmen, das auf die Analyse von Lebens- und Arzneimitteln spezialisiert ist. Sich selbst bezeichnet die Unionspolitikerin auf ihrer Internetsite als »Anwalt des Mittelstandes«. Bei einem Wahlsieg will sie sich eigenen Angaben zufolge vor allem um die Wirtschaft und Arbeitsplätze kümmern.

Auch Daniel Bahr (FDP) stellt sich neuen politischen Herausforderungen. Er wurde am Wochenende zum neuen Vorsitzenden der nordrhein-westfälischen FDP gewählt. Der 34-jährige Münsteraner ist derzeit parla­mentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheits­minis­terium. Als einziger Kandidat konnte er auf einem außerordentlichen Parteitag 83,4 Prozent der Stimmen auf sich verbuchen.

 

Damit tritt der Volkswirt die Nachfolge von Andreas Pinkwart an, der Ende Oktober seinen Rücktritt von allen politischen Ämtern angekündigt hatte. Der Professor für Wirtschaftswissenschaften will sich wieder seiner wissenschaftlichen Karriere widmen.

 

Bahr kündigte vor rund 400 seiner Parteikollegen an, die Liberalen in NRW aus einer derzeit »ernsten, aber nicht hoffnungslosen« Lage wieder herauszuführen. »In schwierigen Situationen Verantwortung übernehmen kann man nur, wenn man von der Sache überzeugt ist«, sagte Bahr laut FDP-Pressemitteilung. / 

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