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Hilfe in Zeiten der Cholera

23.11.2010  17:13 Uhr

Haiti erlebt gerade die zweite große Katastrophe innerhalb eines Jahres. Die erste, das große Beben, kam plötzlich und forderte mehr als 200 000 Todesopfer. Was im Januar auf einen Schlag geschah, könnte sich nun schleichend wiederholen. Seit Oktober wütet die Cholera im karibischen Inselstaat. Rund 21 000 Menschen sind bereits infiziert, 1250 verstorben. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation könnten sich in den kommenden Monaten bis zu 200 000 Haitianer anstecken, die Seuche sich über Haiti hinaus verbreiten und über Jahre hinziehen.

 

Dabei ist jeder Cholera-Todesfall weltweit nicht nur einer zu viel, sondern könnte sogar verhindert werden. Denn die bakterielle Infektion ist mit einfachen Mitteln behandelbar. Haiti und seine Einwohner sind jetzt mehr denn je auf ausländische Hilfe angewiesen. Unter den zahlreichen Hilfsorganisationen finden sich auch deutsche Apotheker. Ehrenamtler, die in Deutschland Spenden sammeln, Arzneimittel und Wasserentkeimungstabletten besorgen oder sogar in Haiti im Einsatz sind (siehe dazu Haiti: Cholera breitet sich aus). Dafür verdienen die Kollegen von »Apotheker helfen« und »Apotheker ohne Grenzen« unsere Anerkennung und Unterstützung.

 

Mit der Adventszeit beginnt nicht nur das Weihnachtsgeschäft für den Einzelhandel. Auch die Bereitschaft zu spenden wächst erfahrungsgemäß am Ende des Jahres – nicht die einzige, aber eine gute Gelegenheit, auf dem HV-Tisch für eine Spendendose Platz zu machen. Im besten Fall wird daraus eine dauerhafte Partnerschaft wie im Kammerbezirk Westfalen-Lippe. Dort sammeln mittlerweile mehr als 350 Apotheken Spenden für das Projekt »Eine Dosis Zukunft«. Das Geld geht an die Kindernothilfe, die für Impfungen und Tuberkulose-Behandlungen in den Slums von Kalkutta sorgt.

 

Auch »Apotheker ohne Grenzen« und »Apotheker helfen« sind auf Spenden angewiesen. Denn mindestens genauso wichtig, wie die Soforthilfe im Notfall, ist der Aufbau dauerhafter Strukturen. Beide Hilfsorganisationen setzen sich dafür ein, auch über die medizinischen Probleme hinaus. Zum Beispiel unterstützt »Apotheker helfen« den Betrieb von Mutter-Kind-Stationen im Niger, »Apotheker ohne Grenzen« hilft beim Brunnenbau in Haiti. Solche Strukturen sind es, die verhindern könnten, dass Seuchen wie die Cholera solche Dimensionen wie derzeit in Haiti erreichen. Jede Spende zählt.

 

Daniela Biermann

Redakteurin Pharmazie

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