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Zu viele Kinder sterben an Lungenentzündung

15.11.2017  10:35 Uhr

Zu viele Kinder sterben an Lungenentzündung

Von Christina Hohmann-Jeddi / Jedes Jahr stirbt etwa eine Million Kinder an einer Lungenentzündung. Damit gehört die Pneumonie zu den Haupttodesursachen bei Kindern unter fünf Jahren, meldet das Kinderhilfswerk Save the Children.

 

Anlässlich des Welt-Pneumonie-Tags am 12. November stellte die Organisation ihren Bericht »Fighting for Breath« vor. Demnach verlieren durchschnittlich jede Minute zwei Kinder den Kampf gegen eine Lungenentzündung.

 

Im Jahr 2015 starben dem Bericht zufolge insgesamt 920 000 Kinder unter fünf Jahren an einer Pneumonie. Die Ursachen dafür sind verschieden. Ein entscheidender Faktor ist die Armut: 99 Prozent aller Todesfälle ereignen sich in den ärmsten Ländern der Welt. Dabei ist eine der häufigsten Ursachen der mangelhafte Zugang zu angemessener und bezahlbarer Gesundheitsversorgung, heißt es in einer Mitteilung der Organisation. Zudem machen Faktoren wie Mangelernährung, Durchfallerkrankungen oder die unzureichende Versorgung mit Muttermilch Kinder anfälliger für Lungenentzündungen – denn all diese Faktoren schwächen das Immunsystem. Neugeborene sind besonders gefährdet, auch weil mehr als die Hälfte aller Mütter in Afrika keinerlei Gesundheitsversorgung vor, während oder nach der Entbindung erhält.

 

»Die Krankheit lässt die betroffenen Kleinkinder fürchterlich um Atem ringen und ihre Eltern oft vor Angst verzweifeln oder leider allzu oft mit unglaublichem Schmerz und Trauer zurück, wenn die Kinder den Kampf gegen die Lungenentzündung verlieren«, beschreibt Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland. »Es ist nicht hinnehmbar, dass wir so viele junge Leben von einer Krankheit zerstören lassen, obwohl wir wissen, wie sie sich vermeiden und behandeln lässt.«

 

Es gibt sowohl Impfungen als auch Therapien. So ließe sich eine Lungenentzündung durch eine Antibiotikatherapie im Wert von 0,34 Euro innerhalb von wenigen Tagen erfolgreich behandeln. Gegen Pneumokokken, die Haupterreger von Pneumonien, existieren wirksame Impfstoffe. Dennoch sind etwa 166 Millionen Kinder weltweit nicht geimpft. Die Organisation fordert daher, die Preise für die Impfstoffe zu senken und besonders betroffene Länder in ihren Impfprogrammen zu unterstützen. In den kommenden fünf Jahren könnte einer Million Kindern das Leben gerettet werden, wenn sie Zugang zur Gesundheitsversorgung erhält. /

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