Pharmazeutische Zeitung online

Apothekerkammer Berlin

09.11.2015
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Apothekerkammer

1. Wie ist Ihre Organisation/sind die Apotheker in die Flüchtlingshilfe eingebunden?

2. Arbeiten Sie mit anderen Organisationen zusammen? Wenn ja, wie sieht diese Zusammenarbeit aus?

3. Haben Sie in Ihrer Organisation Personen direkt für die Flüchtlingshilfe abgestellt?

4. Wie viel Aufwand bedeutet dies für Sie?

5. Wie ist die Erstattung der Rezepte geregelt?

6. Gibt es zurzeit Probleme bei der Belieferung von Rezepten (mögliche Retax-Fallen, Rabattverträge)?

7. Wie läuft die Versorgung konkret ab?
a) Gibt es besondere Rezeptvordrucke, -aufdrucke?
b) Wie sieht es mit Zuzahlungen aus?
c) Kann jedes verordnete Medikament ohne Probleme abgegeben werden, also auch sehr hochpreisige Arzneimittel wie Sovaldi?

8. Wie sind die Apotheker in die Erstversorgung der Asylbewerber in den Erstaufnahmestellen eingebunden?

9. Gibt es in Ihrem Bereich Apotheker, die sich besonders intensiv um Flüchtlinge kümmern?

10. Wissen Sie, ob es registrierte Flüchtlinge gibt, die bereits in Apotheken arbeiten oder ein  Praktikum absolvieren?

11. Gibt es von Ihrer Organisation Informationen an Ihre Mitglieder oder speziell an Apotheken in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften,  was bei der Beratung von Flüchtlingen beachtet werden muss und wie eine Verständigung möglich ist?

 

Antwort: 09.11.15

So strukturiert wie Ihr Fragebogen funktioniert die Flüchtlingsversorgung nicht. Der Berliner Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) spricht im heutigen Tagesspiegel selbst von „Behördenversagen“. www.tagesspiegel.de/berlin/fluechtlinge-in-berlin-senator-geisel-sieht-behoerdenversagen-bei-fluechtlingsaufnahme/12457910.html

 

Immer noch stützt sich fast alles auf das Engagement von Ehrenamtlichen.

 

Bei der Arzneimittelversorgung gibt es aber keine Versorgungskrise sondern die Herausforderung, eine Lösung für die Übergangszeit bis zur Registrierung zu überbrücken. Wenn die Registrierung erfolgt ist, sind die Flüchtlinge im System.

 

Die Apotheker ohne Grenzen (AoG) leisten hervorragende Arbeit in den MedPunkten, die in einigen Lagern auf Initiative von Ärzten entstanden sind. AoG arbeiten sehr gut mit den Ärzten zusammen. AoG beschaffen und verwalten in den MedPunkten Praxisbedarf und Hilfsmittel. Die Auswahl der Arzneimittel erfolgt streng nach WHO-Listen. Verordnete Arzneimittel besorgen AoG mit Spendengeldern in umliegenden Apotheken. Der Berliner Apotheker-Verein (BAV) hat zu Spenden aufgerufen und für den Start den Spendentopf selbst mit einer nennenswerten Spende befüllt. Die Kammer leitet verhängte Bußgelder aus berufsrechtlichen Verfahren an AoG weiter. Was nicht gebraucht wird sind Arzneimittelspenden!

 

Der BAV ist zusammen mit der Senatsverwaltung und Krankenkassen dabei, eine Finanzierungs- und Abrechnungslösung zu finden.

 

Die Kammer unterstützt mit Informationen, z. B. mit dem Apothekenfinder zur Lage von umliegenden Apotheken.

 

Auf der Kammerhomepage haben wir eine Information in englischer Sprache für ausländische Apothekerinnen und Apotheker bereitgestellt, mit der diese den Einstieg in die Berufsanerkennung finden können. www.akberlin.de

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