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Ebola-Impfstoff

Phase I in Deutschland gestartet

12.11.2014  10:21 Uhr

Von Sven Siebenand / In Deutschland ist die erste Phase-I-Studie mit einem Ebola-Impfstoffkandidaten gestartet. Wie einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zu entnehmen ist, soll die Vakzine in den kommenden sechs Monaten an freiwilligen Probanden am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) getestet werden.

 

Sofern diese und alle weiteren Erprobungsphasen erfolgreich verlaufen, könnte der Impfstoff laut einer UKE-Sprecherin etwa ab Herbst 2015 zum Einsatz kommen. Falls die aktuelle Epidemie bis dahin eingedämmt sei, könne der Stoff bei denk­baren künftigen Ausbrüchen helfen.

 

Der Impfstoff rVSV-ZEBOV soll bereits nach einer einzigen Dosis schützen. Er habe Potenzial, auch unmittelbar nach einer erfolgten Ebola-Infek­tion zu wirken, so dpa.

 

Über nähere Einzelheiten zum Impfstoff und der Studie informiert auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Der Vektorimpfstoff basiert auf dem Vesikulären Stomatitis Virus (VSV) als Übertragungsvehikel. Auf seiner Oberfläche trägt es das zellrezeptorbindende Protein des Ebola-Virus, wogegen das Immunsystem der geimpften Personen Antikörper bilden soll. Diese Antikörper sollen im Fall eines Kontakts mit dem Ebola-Virus die Krankheit verhindern.

 

In präklinischen Untersuchungen konnten 100 Prozent der prophylaktisch geimpften Altweltaffen vor einer tödlichen Ebola-Infektion geschützt werden. Der Vektorimpfstoff selbst kann keine Infektion hervorrufen.

 

Die unter der Leitung von Professor Dr. Marylyn Addo am UKE durchgeführte Studie soll laut PEI an gesunden Erwachsenen erfolgen, darunter mög­licherweise medizinisches Personal, das Ebola-Erkrankten in Deutschland oder in Afrika helfen wird. Es gehe in der Studie vor allem darum, erste Hinweise auf die Verträglichkeit des Impfstoffs zu erhalten.

 

Hierzu würden drei verschiedene Dosierungen je zehn Probanden verabreicht. Um deren Sicherheit zu gewährleisten, wird mit der geringsten Dosierung begonnen und erst nach Sicherstellung der Verträglichkeit die nächsthöhere geprüft. Gleichzeitig sollen auch Informationen über die Immunogenität gewonnen werden. Die Immunogenitäts-Untersuchungen helfen abzuschätzen, in welcher Dosierung der Impfstoff vor einer Ebola-Infektion schützen könnte.

 

Das Bundesministerium für Gesundheit hat die Planung der Studie gefördert und wird auch die klinische Prüfung zum Großteil finanzieren. Zur Verfügung gestellt wird der Impfstoff von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Wie die Pharmazeutische Zeitung erfuhr, ist die Klinikapotheke des UKE mit den Formalitäten zum Import der experimentellen Vakzine betraut. /

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