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Weihnachtsfeiern

So fallen keine Steuern an

13.11.2012  18:30 Uhr

Von Peggy Eichhorn / Betriebsfeiern sind frei von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen, wenn die Aufwendungen pro Mitarbeiter weniger als 110 Euro betragen. Diese Grenze gilt bereits seit 2003. Aufgrund des allgemeinen Preisanstieges ist fraglich, ob sie noch zeitgemäß ist. Derzeit sind mehrere Verfahren beim Bundesfinanzhof anhängig, um diese Frage zu klären.

Zur Freude vieler Mitarbeiter veranstalten Unternehmen bald wieder Weihnachtsfeiern. Die Kosten übernehmen die Firmen dabei größtenteils selbst. Damit durch anfallende Lohnsteuer und Sozialversicherung die Ausgaben nicht noch höher ausfallen, können steuerliche Vergünstigungen in Anspruch genommen werden. Da noch unklar ist, wie die Richter am Bundesfinanzhof in den dort zu diesem Thema anhängigen Verfahren entschieden werden, sollte für die Planung der Weihnachtsfeier daher die bisherige Grenze beachtet werden.

Betragen die Aufwendungen des Arbeitgebers einschließlich Umsatzsteuer pro Arbeitnehmer nicht mehr als 110 Euro, sind die Zuwendungen im Rahmen der Betriebsveranstaltung lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Wird die Freigrenze überschritten, unterliegen hingegen die gesamten Kosten pro Arbeitnehmer der Lohnsteuer und der Sozialversicherung.

 

Allerdings kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer pauschal in Höhe von 25 Prozent abführen. Wenn dies erfolgt, sind die Beträge sozialversicherungsfrei.

 

Zeichnet sich bereits ab, dass die Aufwendungen für eine Veranstaltung die Freigrenze überschreiten, kann vorher vereinbart werden, dass die Arbeitnehmer einen Eigenanteil selbst tragen. Die Höhe des Zuzahlungsbetrages muss dann noch nicht feststehen. Bei der Berechnung, ob die Freigrenze überschritten ist, sind auch die Aufwendungen für Ehe- und Lebenspartner, die an der Veranstaltung teilnehmen, dem Arbeitnehmer zuzurechnen.

 

Voraussetzung für die Steuerfreiheit bei Aufwendungen unter 110 Euro ist, dass es sich um übliche Betriebsveranstaltungen handelt. Das bedeutet, die Feiern müssen gesellschaftlichen Charakter haben und allen Betriebsangehörigen offenstehen. Ferner gelten nur zwei Veranstaltungen jährlich als üblich. Auf die Dauer der einzelnen Veranstaltung kommt es nicht an. Organisiert der Arbeitgeber mehr als zwei Betriebsveranstaltungen im Jahr, führt die dritte und jede weitere Veranstaltung zu steuerpflichtigem Arbeitslohn.

 

Der Arbeitgeber kann dann allerdings wählen, welche der Veranstaltungen lohnsteuerpflichtig sein sollen. Die Lohnsteuer kann in diesem Fall ebenfalls mit 25 Prozent pauschaliert werden. Wird nur eine kulturelle oder sportliche Veranstaltung besucht ohne ein weiteres Programm, liegt keine Betriebsveranstaltung vor.

 

Weihnachtsgeschenke bleiben nur bei einem Wert von bis zu 40 Euro einschließlich Umsatzsteuer lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Werden sie im Rahmen der Feier überreicht, muss ihr Wert in die 110-Euro-Grenze einbezogen werden. Ist das Präsent teurer, unterliegt es der normalen Besteuerung als Arbeitslohn, muss jedoch nicht mehr als Kostenposition für die Feier berücksichtigt werden.

 

Ist aufgrund eines geringfügigen Überschreitens der Freigrenze Lohnsteuer zu zahlen, sollte dagegen Einspruch eingelegt werden und im Hinblick auf die bevorstehende Entscheidung am Bundesfinanzhof ein vorläufiges Ruhen des Verfahrens beantragt werden. /

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