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Drospirenon

Weiterer Todesfall unter der »Pille«

15.11.2011
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PZ / Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) meldet einen weiteren Todesfall unter Einnahme eines Drospirenon-haltigen Kontrazeptivums. Die AkdÄ nahm diesen Fall zum Anlass, das Risiko von thromboembolischen Ereignissen unter hormonaler Kontrazeption nochmals darzustellen und Hinweise für die Verordnung zu geben. Demnach treten venöse thromboembolische Ereignisse (VTE) nur selten auf.

Bei Frauen, die kein hormonales Kontrazeptivum einnehmen, liegt die Häufigkeit bei fünf bis zehn Fällen pro 100 000 Frauen pro Jahr. Unter der Einnahme gängiger kombinierter oraler Kontrazeptiva mit einem niedrigen Es­trogen-Anteil (< 50 µg Ethinylestradiol pro Pille, meistens 20–35 µg) beeinflusst die Gestagen-Komponente das VTE-Risiko. Es liegt für Pillen der zweiten Generation mit Levonorgestrel bei 20 Fällen pro 100 000 Frauen pro Jahr. Für Pillen der dritten Generation mit Gestoden oder Desogestrel nimmt man eine Häufigkeit von bis zu 40 Fällen pro 100 000 Frauen pro Jahr an. Früher nahm man an, dass das VTE-Risiko von Drospirenon ähnlich dem von Levonorgestrel ist. In den vergangenen Jahren veränderten Studien und Einzelfallmeldungen jedoch das Bild. Die Europäische Arzneimittelbehörde geht mittlerweile davon aus, dass das Risiko dem der dritten Pillen-Generation entspricht, also bei bis zu 40 Fällen pro 100 000 Frauen pro Jahr liegt und damit weiterhin als selten gilt. /

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