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15.11.2011  17:14 Uhr
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Synthetische Drogen bereiten weiter Probleme

 

PZ / Die Verbreitung immer neuer synthetischer Drogen in Deutschland und der EU stellt die Behörden vor wachsende Probleme. »Wir wissen noch zu wenig über mögliche Risiken des Konsums vieler der neuen Drogen und stehen noch am Anfang bei der Entwicklung von politischen und therapeutischen Lösungen zum Umgang mit diesem Phänomen«, sagte Dr. Tim Pfeiffer-Gerschel, Leiter der deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) bei der Vorstellung des DBDD-Jahresberichts in Berlin. Strukturell handelt es sich bei den sogenannten »Legal Highs« meist um Amfetamin-Derivate aus der Gruppe der Cathinone oder um synthetische Cannabinoide. »Durch geringfügige chemische Veränderungen von bekannten Substanzen lassen sich relativ leicht neue Moleküle synthetisieren, deren Wirkung oft sehr viel potenter ist als die des Naturstoffs«, sagte Pfeiffer-Gerschel. Auch Konsumenten mit einer langjährigen »Drogenkarriere« hätten mit der Dosierung dieser Substanzen keine Erfahrung. So käme es besonders leicht zu Überdosierungen. »Die Behörden befinden sich bei der Unterstellung solcher neuer Substanzen unter das BtM-Gesetz mit den illegalen Herstellern in einem Katz-und-Maus-Spiel«, sagte Pfeiffer-Gerschel. Die rasche Klassifizierung als Betäubungsmittel (BtM) sei aber sehr wichtig, auch um den »Legal Highs« die Aura der Harmlosigkeit zu nehmen, die sie in den Augen mancher Konsumenten hätten. Das Bundesgesundheitsministerium prüft daher zurzeit, ob es rechtlich möglich und praktisch umsetzbar ist, ganze Substanzgruppen als BtM zu klassifizieren. Das berichtete Mechthild Dyckmans (FDP), die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Abgesehen von der Zunahme neuer synthetischer Drogen ist der Konsum illegaler Substanzen in Deutschland unverändert stabil. Der Gebrauch von Cannabis und Cocain ist sogar leicht rückläufig, wie aus dem DBDD-Jahresbericht hervorgeht.

 

Auch Bier hilft dem Herz-Kreislauf-System

 

PZ / Ausgerechnet aus Italien stammt eine Untersuchung, die dem regelmäßigen, aber mäßigen Genuss von Bier denselben gesundheitlichen Nutzen zuschreibt wie dem von Wein. Danach senkten Teilnehmer mit moderatem Bierkonsum – Frauen ein Glas Bier täglich, Männer zwei – ihr Herz-Kreislauf-Risiko im Vergleich zu Abstinenten um 31 Prozent. Auch eine Dosis-Wirkungs-Beziehung ließ sich aus der Studie ableiten: Maximalen Schutz bot Bier mit einem Alkoholgehalt von 5 Prozent und in der Menge eines englischen Pints (0,568 Liter). Die Studie zeigte auch, dass Biergenuss nicht auf alle Bevölkerungsgruppen schützend wirkt: Bei jungen gebärfähigen Frauen zeigte sich eine leichte Erhöhung des Risikos, eine Krebserkrankung zu entwickeln. Es handelt sich bei der Untersuchung um eine Metaanalyse von Studien aus den vergangenen Jahren, die rund 200 000 Teilnehmer einschließt. In zwölf Studien wurden die Effekte von Wein und Bier direkt verglichen. Die Untersuchung der Fondazione »Giovanni Paolo II« wurde vom »European Journal of Epidemiology« online veröffentlicht (doi: 10.1007/s10654-011-9631-0).

 

Kaugummikauen schützt vor Mittelohrentzündung

 

PZ / Xylitol-Kaugummis können das Risiko für Mittelohrentzündungen bei Kindern um bis zu 25 Prozent reduzieren. Die Autoren eines neuen Cochrane-Reviews mit Daten aus Finnland fanden ausreichend Hinweise darauf, dass eine tägliche Dosis von 8,4 Gramm Xylitol eine akute Otitis media bei Kindern bis 12 Jahren verhindern kann, wenn diese nicht gleichzeitig unter einem Infekt der oberen Atemwege leiden (doi: 10.1002/14651858.CD007095.pub2). Die Forscher werteten in ihrem Review vier Studien mit mehr als 3000 Kindern aus, die finnische Tagesbetreuungsstätten besuchten. In den berücksichtigten Untersuchungen kauten die Kinder fünfmal täglich nach den Mahlzeiten zwei Stück Kaugummi jeweils fünf Minuten lang. Mit Xylitol-haltigen Lutschtabletten und Sirupen ließen sich ähnliche Ergebnisse erzielen. Der Zuckeralkohol Xylitol wird normalerweise als Zuckerersatz für Diabetiker und als Süßungsmittel mit Antikarieswirkung verwendet. Darüber hinaus kann Xylitol aber auch die Anheftung von Bakterien wie Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae an Zellen des Nasen-Rachen-Raums reduzieren. Das haben frühere In-vitro-Untersuchungen gezeigt.

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