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Frühchen-Todesfälle werden untersucht

15.11.2011
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Von Annette Mende / Wie es in einem Bremer Klinikum dazu kommen konnte, dass drei frühgeborene Babys an Infektionen mit resistenten Keimen starben, soll ein Untersuchungsausschuss klären. Neben der Ursachenforschung für das Auftreten der virulenten Darmkeime auf der Frühgeborenen-Station des Klinikums Bremen-Mitte soll sich der Ausschuss mit möglichen Verstößen gegen Hygienevorschriften befassen.

Der Landtag will die Einsetzung des Untersuchungsausschusses noch diese Woche beschließen. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) übte unterdessen Kritik am Krisenmanagement des Krankenhauses. Offensichtlich sei der gesetzliche Rahmen des Infektionsschutzgesetzes nicht ausreichend beachtet worden, sagte er. Es sei zu prüfen, wo genau der Fehler passiert sei und warum die Meldepflichten nicht eingehalten wurden. Der Bericht einer Expertengruppe des Robert-Koch-Instituts soll »spätestens in zwei Wochen« vorliegen.

 

Zeitgleich wurde bekannt, dass der Erreger bereits seit Ende April in der Klinik aufgetreten ist. Am 2.  November hatte die Klinikleitung erstmals darüber informiert, dass seit August drei Säuglinge an Infektionen mit ESBL-bildenden Klebsiellen gestorben sind. ESBL steht für Extended-Spectrum-Betalactamase. Diese Enzyme können Penicilline und andere Betalactam-Antibiotika hydrolysieren, etwa Cephalosporine der dritten und vierten Generation. /

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