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16.11.2010
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GKV-Leistungskatalog ohne Pioglitazon

 

PZ / Die Krankenkassen müssen orale Antidiabetika aus der Gruppe der Glitazone künftig nicht mehr erstatten. Nach dem Aus von Rosiglitazon ist derzeit nur noch der Wirkstoff Pioglitazon von dieser Regelung betroffen. Der bereits im Juni 2010 gefasste Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) wird voraussichtlich ab April kommenden Jahres umgesetzt werden. Er gilt sowohl für Mono- als auch für Kombipräparate. In medizinisch begründeten Einzelfällen bleibt eine Verordnung zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung weiterhin möglich.

 

Höheres Darmkrebsrisiko durch Prostatakrebs-Therapie

 

PZ / Eine antiandrogene Dauertherapie bei Prostatakrebs kann das Risiko für Darmkrebs erhöhen. Das ergab eine Datenauswertung von mehr als 100 000 Patienten, die nun im »Journal of the National Cancer Institut« (doi: 10.1093/jnci/djq419) veröffentlicht wurde. Danach stieg die Darmkrebs-Inzidenz von 3,7 pro 1000 Personenjahre bei Männern ohne Hormontherapie auf 4,5 bei Männern, die mit Gonadotropin-realeasing-Hormon-Agonisten (GnRH-Agonisten) behandelt wurden, und sogar auf 6,3 bei Männern, bei denen eine Entfernung der Hoden vorgenommen wurde. Bei den mit GnRH-Agonisten behandelten Patienten ließ sich zudem eine Dosis-Abhängigkeit der Risikoerhöhung feststellen. Nach Bereinigung der Daten ergab sich eine relative Risikoerhöhung von etwa 30 Prozent bei einer Behandlung mit GnRH-Agonisten und knapp 40 Prozent bei einer Entfernung der Hoden.

 

Rezeptfreie Analgetika in der Schwangerschaft

 

PZ / Rezeptfreie Analgetika wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol in der Schwangerschaft vermindern möglicherweise die Fruchtbarkeit männlicher Nachkommen. Darauf weisen Ergebnisse von Tierversuchen hin, die in »Human Reproduction« (doi: 10.1093/humrep/deq323) veröffentlicht wurden. Danach zeigte sich nach Gabe von Paracetamol bei Feten dosisabhängig eine Verminderung der Distanz zwischen Anus und Genital. Dies weist auf eine Störung der Entwicklung der männlichen Genitalien hin. Befragungen von über 2000 Schwangeren in Dänemark und Finnland hinsichtlich ihres Analgetikaverbrauchs und Untersuchungen der Neugeborenen stützen den Verdacht. Die Häufigkeit von bestimten Formen des Hodenhochstands stieg weiter, wenn Kombinationen von Analgetika verwendet wurden. Besonders betroffen war das zweite Schwangerschaftsdrittel. / 

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