Pharmazeutische Zeitung online
Universität Leipzig

Pharmazieausbildung gesichert

09.11.2016
Datenschutz bei der PZ

Von Ev Tebroke / Das Bangen hat ein Ende: Nach jahrelanger Unsicherheit über die Zukunft der pharmazeutischen Ausbildung in Sachsen ist das Pharmaziestudium an der Universität Leipzig gesichert.

 

Künftig soll die Ausbildung über einen Modellstudiengang Pharmazie innerhalb der medizinischen Fakultät gewährleistet werden. Wie die Universität Leipzig mitteilte, will die sächsische Staats­regierung das neue Konzept finanziell unterstützen. In Zukunft könne die Uni pro Jahr wieder mehr als die derzeit 36 Studierenden aufnehmen, versicherte die Universitätsleitung.

Demnach haben sich die Koali­tionsfraktionen von CDU und SPD vergangene Woche darauf verständigt, von insgesamt für die Neuaufstellung benötigten rund 3 Millionen Euro pro Jahr, 1,5 Millionen Euro aus dem Haushalt beizusteuern. Die Zustimmung des Landtags steht allerdings noch aus. 2018 soll diese Summe dann auf 2 Millionen erhöht werden. Jährlich 1 Million Euro will die Universität aus Eigenmitteln aufbringen.

 

Förderung durch den Bund

 

Die Universitätsleitung zeigt sich sehr erfreut über die nun gefundene Lösung. »Wir planen ein innovatives Studien­modell, das absoluten Modellcharakter haben kann und eine noch engere Verschränkung zwischen unseren lebenswissenschaftlichen Bereichen und der Medizinischen Fakultät ermöglicht«, so die Rektorin der Universität Leipzig, Professor Beate Schücking. Aufgrund des einzigartigen, neuen Aufbaus des Stu­diengangs hoffe die Uni zudem auf Fördermöglichkeiten von Bundesseite.

 

»Einen Modellstudiengang Pharmazie an der Medizinischen Fakultät Leipzig zu gründen, wäre bundesweit einmalig«, betonte auch Professor Michael Stumvoll, Dekan der Medizinischen Fakultät. Mit dem Bekenntnis zur Finanzierung seien die ersten Weichen dafür gestellt. Nun gelte es, alle Partner und universitären Gremien an einen Tisch zu holen und die weiteren Schritte zu besprechen, damit ein in jeder Hinsicht tragfähiges Konzept erarbeitet werden könne.

 

Das neue Ausbildungskonzept setzt unter anderem auf die verstärkte Kooperation zwischen Arzt und Apotheker und soll daher die klinische Pharmazie und insbesondere die Arzneimitteltherapiesicherheit beinhalten. »Ein frühes Kennenlernen der Fähigkeiten, Kenntnisse und Perspektiven der jeweils anderen Profession während des Studiums in gemeinsamen Lehrveranstaltungen begünstigt die spätere Zusammenarbeit und soll im Modellstudiengang gezielt gefördert werden«, teilte die Uni mit.

 

Der Präsident der Sächsischen Landesapothekerkammer, Friedemann Schmidt, ist nach eigenen Angaben »froh und dankbar«, dass der Bestand der pharmazeutischen Hochschulausbildung in Sachsen gesichert ist. »Mit der Etablierung dieses modellhaften Studiengangs Pharmazie an der Medizinischen Fakultät in Leipzig wird auch eine der großen berufspolitischen Forderungen der vergangenen Jahre erfüllt, eine enge Zusammenarbeit von Ärzten und Apothekern schon in der Phase der akademischen Ausbildung zu gewährleisten«, sagte Schmidt der PZ.

 

Die Zukunft der pharmazeutischen Ausbildung war in Sachsen lange Jahre ungewiss. Grund war ein von der sächsischen Regierung im Jahr 2011 auferlegter rigoroser Stellenabbau an den Hochschulen, dem zufolge das Rektorat der Uni Leipzig in der Pharmazie 21 Stellen opferte. Das bedeutete faktisch das Ende des bisherigen Instituts für Pharmazie. Ein weiterer Stellenabbau ab 2017 sei nun vom Tisch, heißt es. Ursprünglich sollten landesweit weitere 754 Hochschulstellen wegfallen. /

Mehr von Avoxa