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Pflaster mit lichtempfindlicher Membran

05.11.2014  09:48 Uhr

Von Sven Siebenand / Schweizerische Forscher haben ein Pflaster entwickelt, das Wirkstoffe kontinuierlich über eine Membran abgibt, wenn es mit UV-Licht bestrahlt wird. Wie die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) mitteilt, hält die Membran ohne Bestrahlung Wirkstoffe im Depot zurück.

Dreh- und Angelpunkt des neuen Pflasters sind darin enthaltene Spiropyrane, die ihre Eigenschaften nach Bestrahlung ändern und die Membran so durchlässiger für Wirkstoffe machen. Im Fachmagazin »Advanced Functional Materials« wurden die Untersuchungsergebnisse veröffentlicht (DOI: 10.1002/adfm.201400671).

Laut den schweizerischen Materialforschern könnte das Pflaster eines Tages zum Beispiel bei Frühchen zum Einsatz kommen. Bislang wird diesen zur Verhinderung eines Atemstillstands im Brutkasten Coffein per Sonde verabreicht oder gespritzt. Eine Steuerung der Wirkspiegel ist damit aber nicht möglich. Anders verhält es sich bei dem Pflaster. Nach dem Aufkleben müsste das Pflegepersonal das Pflaster mit UV-Licht bestrahlen. Ist genügend Coffein abgegeben und soll die Wirkstoff-Freisetzung beendet werden, müsste das Pflaster mit Weißlicht bestrahlt werden.

 

Bis zur Marktreife des Produkts wird aber noch einige Zeit vergehen. Derzeit sucht das EMPA noch nach einem Industriepartner für die Herstellung des Pflasters. /

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