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Je früher, desto besser

06.11.2007
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Je früher, desto besser

Die Zahl der Allergien steigt, der Grund hierfür ist nicht bekannt. Auch Autismus nimmt zu, und der Grund ist unklar. Bei Diabetes sieht das ganz anders aus: Die Zahl der Erkrankten nimmt jedes Jahr deutlich zu, um etwa 350.000 Menschen in Deutschland, und man weiß genau warum. Schuld ist die weitverbreitete ungesunde Lebensweise, eine Mischung aus Übergewicht, Fehlernährung und Bewegungsmangel.

 

Doch Konsequenzen scheint dieses Wissen nicht zu haben. Die Deutschen essen immer noch zu fett, zu süß, zu viel und bewegen sich zu wenig. Das Resultat ist offensichtlich: Nach aktuellen Zahlen des Verbraucherministeriums sind fast 50 Prozent der Deutschen übergewichtig oder adipös. Ein besonders alarmierender Anstieg ist bei Kindern und Jugendlichen zu beobachten. Fast 16 Prozent von ihnen sind zu schwer. Insgesamt 800.000 Kinder zwischen 3 und 17 Jahren sind sogar krankhaft übergewichtig. Das sind 800.000 Kinder mit einem stark erhöhten Risiko, im Laufe des Lebens an Diabetes zu erkranken.

 

Prävention muss daher möglichst früh ansetzen, am besten schon im Kindesalter. Die ABDA-Präventionskampagne »Diabetes ist kein Zuckerschlecken«, die am 14. November beginnt, richtet sich aus diesem Grund verstärkt an Kinder und Jugendliche. Sie und ihre Eltern sollen in Apotheken über Risikofaktoren für Diabetes und mögliche Präventionsstrategien informiert werden. Denn auch bei Kindern nimmt die Zahl der Typ-2-Diabetes-Erkrankungen zu.

 

Die ABDA-Aktion soll vor allem auch für den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Diabetes sensibilisieren, denn ein Großteil der Risikogruppe ist sich des Problems nicht bewusst. Eine gestörte Glucosetoleranz tut nicht weh, ein Prädiabetes bereitet keine Beschwerden. Dabei ist es besonders wichtig, eine gestörte Glucosetoleranz frühzeitig zu erkennen, denn in dieser frühen Phase ist die Manifestation des Diabetes noch zu verhindern (siehe dazu Prävention: Typ-2-Diabetes ist vermeidbar).

 

Die zu ergreifenden Maßnahmen sind einfach: Abnehmen, mehr Sport treiben und sich gesund, vor allem fettarm ernähren. In mehreren Studien ließen sich auf diese Weise fast 60 Prozent der Diabetes-Erkrankungen bei Risikopersonen vermeiden. Um ein Risiko zu senken, muss es allerdings bekannt sein. Hierzu können Apotheker und Apothekenmitarbeiter ihren Teil beitragen.

 

Christina Hohmann

Ressortleitung Medizin

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