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England

Mehr Geld für Apotheken

01.11.2016
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Von Jennifer Evans / Der britische Gesundheitsdienst National Health Service (NHS) gibt öffentlichen Apotheken eine Finanzspritze. Damit sollen diese nicht nur strukturell und digital aufgerüstet werden, sondern auch die Pharmazeuten immer mehr Verantwortung bekommen.

Der National Health Service hat angekündigt, 42 Millionen Pfund (mehr als 47 Millionen Euro) in den sogenannten Pharmacy Integration Fund (PhIF) zu stecken. Der Fonds soll in den kommenden zwei Jahren öffentliche Apotheken dabei unterstützen, neue Serviceangebote und Arbeitsmethoden zu etablieren sowie digital aufzurüsten. 

 

Der NHS hat sich zum Ziel gesetzt, damit die Primärversorgung zu stärken. So werde Patienten der Zugang zur Versorgung erleichtert und gleichzeitig entlaste die Expertise der Pharmazeuten Hausärzte und Notaufnahmen, heißt es in der Mitteilung.

 

Keith Ridge, Leiter Pharmazie für England beim NHS, sagte: »Wir investieren das Geld, um den Sektor zu stärken und um möglichst viel der pharmazeutischen Kompetenz auszuschöpfen«. Es bestehe kein Zweifel daran, dass sich künftig die Arbeit in öffentlichen Apotheken verändern müsse. In enger Zusammenarbeit mit den Apothekern vor Ort wolle der NHS diesen immer mehr Verantwortung im Gesundheitssystem übertragen, so Ridge.

 

Demnach sollen Apotheker in den kommenden Jahren spezielle Fortbildungen durchlaufen, damit sie in enger Abstimmung mit Hausärzten selbst Medikamente verschreiben können. Zusätzlich soll es finanzielle Zuschüsse für das Aufbaustudium zum klinischen Pharmazeuten geben. Einen weiteren Schwerpunkt sieht der NHS im Ausbau digitaler Technologien, um die »Effizienz und Modernität des Sektors zu verbessern«, so Ridge.

 

Hintergrund der erneuten Investi­tion im Apothekenbereich ist das erfolgreiche NHS-Projekt aus dem vergangenen Jahr, für das Arztpraxen einen Apotheker als Kooperationspartner anstelten. Nach Ridges Angaben arbeiten derzeit knapp 500 englische Pharmazeuten in Hausarzt-Praxen und Pflegeheimen und das habe sich extrem positiv auf die eine optimierte Medikation der Patienten ausgewirkt. /

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