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30.10.2012
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Lungenkrebs: Zulassung für Crizotinib

 

PZ / Die Europäische Kommission hat dem Kinase-Inhibitor Crizotinib eine bedingte Zulassung erteilt. Wie Hersteller Pfizer meldet, gilt diese für die Behandlung von Erwachsenen mit vorbehandeltem ALK-positiven fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC). Im vergangenen Jahr wurde Crizotinib (Xalkori®) bereits in den USA für die personalisierte Lungenkrebstherapie zugelassen. Das ALK-Gen liegt dicht neben dem EML4-Gen. Eine Inversion ist die Ursache für die Entstehung eines EML4-ALK-Fusions-Onkogens. Zahlreiche unterschiedliche Varianten sind dabei möglich. Dieses Rearrangement kann zur Aktivierung der Tyrosinkinase-Anaplastische-Lymphom-Kinase (ALK) führen, die wiederum über Signaltransduktion eine erhöhte Tumorzellproliferation auslöst. Bei 3 bis 5 Prozent aller NSCLC-Patienten lässt sich dieses Fusions-Onkogen nachweisen. Meistens handelt es sich um jüngere Patienten und Nichtraucher. Crizotinib hemmt ALK. Dadurch blockiert es die Signalübertragung in einer Reihe von Zellwegen, von denen angenommen wird, dass sie entscheidenden Einfluss auf Wachstum und Überleben von Tumorzellen haben. Dies kann zur Hemmung des Wachstums oder zum Rückgang von Tumoren führen.

 

Biopharmazeutika sind im Kommen

 

PZ / Die Pipeline von Biopharmazeutika ist gut gefüllt: Insgesamt 556 Produkte mit gentechnischen Wirkstoffen sind derzeit in der klinischen Erprobung. Darauf wies Dr. Frank Mathias, Geschäftsführer von vfa bio, der Interessengruppe Biotechnologie im Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA), auf einer Veranstaltung in Mainz hin. Damit hat sich die Zahl der Neuentwicklungen in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Von den 348 Präparaten, die sich derzeit in Studien-Phase II und III befinden, betrete man mit knapp der Hälfte medizinisches Neuland, so Mathias. Sie sind für Indikationen bestimmt, für die bislang noch keine Biopharmazeutika zur Verfügung standen, wie Alzheimer, Hautkrebs oder zur Prophylaxe von Hirnhautentzündungen. Schon relativ weit in der Entwicklung seien neue Medikamente gegen die Immunstörung Lupus erythematodes. Mit Belimumab (Benlysta®) steht seit 2011 ein erstes Biopharmazeutikum zur Verfügung, das gezielt in die Entzündung eingreift. Sieben weitere sind in Entwicklung. /

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