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Herzinfarkt

Gewebeschutz durch HDL-Injektion

25.10.2017
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Von Annette Mende / HDL gleich hab dich lieb – diese Eselsbrücke zur Abgrenzung des kardioprotektiven HDL-Cholesterins vom schädlichen LDL-Cholesterin könnte bald eine neue Rechtfertigung erhalten.

 

Wissenschaftler um Sarah E. Heywood vom Baker Heart and Dia­betes Institute im australischen Melbourne haben nämlich herausgefunden, dass die Injektion von High Density Lipo­protein (HDL) direkt nach einem Herz­infarkt die Glucoseaufnahme in Kardiomyozyten verbessert. 

 

 

 

Dadurch verringerte sich bei Mäusen die Infarktgröße und die Herzfunktion verbesserte sich, berichten die Forscher im Fachjournal »Science Translational Medicine« (DOI: 10.1126/scitranslmed.aam6084).

 

Am selben Forschungsinstitut war vor wenigen Jahren gezeigt worden, dass HDL den Glucose-Metabolismus von Skelettmuskelzellen beeinflusst und so bei Typ-2-Diabetikern den Plasma­glucose-Spiegel senkt. Ihre Entdeckung der Wirkung von HDL auf Myokardzellen machten die Forscher nun bei metabolisch gesunden Mäusen und bei solchen mit Insulinresistenz. Nachdem sie bei den Tieren künstlich einen Herzinfarkt induziert hatten, verabreichten sie ihnen rekonstituiertes HDL intravenös. Dies verbesserte sofort die Glucoseaufnahme in die Zellen; zusätzlich zeigten sich nach der Öffnung des verschlossenen Gefäßes positive Effekte im betroffenen Herzgewebe wie eine verbesserte Glykolyse und Glucose-­Oxidation. Die Autoren regen deshalb an, Patienten mit akutem Herzinfarkt, die mit einer perkutanen koronaren Interven­tion behandelt werden, gleichzeitig eine HDL-Infusion zu geben. /

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