Pharmazeutische Zeitung online
Pflegereform

Mehr Geld und Hilfe

22.10.2014
Datenschutz bei der PZ

Von Anna Hohle / Der Bundestag hat in der vergangenen Woche die Pflegereform von Union und SPD beschlossen. Ab dem kommenden Jahr sollen Pflegebedürftige von mehr Geld und besseren Leistungen profitieren.

Rund 2,5 Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland sollen ab 2015 finanziell stärker unterstützt und besser betreut werden. Das sieht das erste Pflegestärkungsgesetz von Union und SPD vor, das der Bundestag vergangene Woche verabschiedet hat. Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung soll dafür ab kommendem Jahr um 0,3 Prozentpunkte steigen. 2,4 Milliarden Euro mehr sollen so in die Pflege fließen.

 

Pflegebedürftige bekommen dann 4 Prozent mehr Geld aus der Pflegeversicherung. Auch können sie leichter als bisher die ambulante Unterstützung von Helfern in Anspruch nehmen und mehr Geld für Hilfsmittel oder altersgerechte Umbauten erstattet bekommen. Zudem können erstmals auch Demenzkranke ohne Pflegestufe von ambulanten Leistungen profitieren. In stationären Einrichtungen soll es mehr Personal geben.

 

Angehörige sollen ebenfalls entlastet werden und etwa eine zehntägige bezahlte Auszeit vom Beruf nehmen können, um die Pflege eines Verwandten zu organisieren. Zusätzlich könnten sie bald vom Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf profitieren, das in der vergangenen Woche vom Bundeskabinett beschlossen wurde.

 

Es legt fest, dass Menschen künftig ein zinsloses Darlehen bekommen, wenn sie für die Pflege eines Angehörigen sechs Monate von der Arbeit pausieren oder bis zu zwei Jahre in Teilzeit arbeiten. Der Anspruch auf längere berufliche Auszeiten gilt allerdings nicht in Betrieben mit weniger als 16 Angestellten. Um Schwerkranke in den letzten Lebenswochen zu begleiten, sollen Angehörige ihre Arbeitszeit außerdem künftig drei Monate lang reduzieren oder ganz pausieren dürfen.

 

Die Opposition hatte gegen das Pflegestärkungsgesetz gestimmt. Insbesondere der Plan der Regierung, künftig jedes Jahr rund 1,2 Milliarden Euro in einem Pflegevorsorgefonds anzulegen, missfällt Grünen und Linken. »Beitragsgelder werden ins Finanz­casino gespeist«, twitterte dazu Linken-Politikerin Katja Kipping. Elisabeth Scharfenberg (Grüne) nannte die Reform planlos und unsystematisch. /

Mehr von Avoxa