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Darmkrebs

Immunologische Tests ähnlich zuverlässig

18.10.2017
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PZ / Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben neun immunologische Tests auf Blut im Stuhl zur Darmkrebsvorsorge miteinander verglichen. Alle neun entdecken demnach die große Mehrheit der Darmkrebserkrankungen und viele Vorstufen, meldet das Zentrum.

 

Immunologische Tests erkennen, ob sich im Stuhl der Blutfarbstoff Hämoglobin befindet – ein Hinweis darauf, dass ein Patient an Darmkrebs oder ­einer Vorstufe erkrankt ist. Erst wenn ein bestimmter Hämoglobin-Schwellenwert überschritten wird, signalisieren sie ein positives Ergebnis. »Bisher war unklar, ob und in welchem Umfang es Unterschiede zwischen den angebotenen Tests gibt«, sagt Professor Dr. Hermann Brenner vom DKFZ.

 

Alle neun nun untersuchten Tests entdecken die große Mehrheit der Darmkrebserkrankungen und viele Darmkrebsvorstufen, berichten die Forscher um Brenner im Fachjournal »Gastro­enterology« (DOI: 10.1053/j.gast ro.2017.09.018). Folgten die Forscher den Angaben der Hersteller, ab welchem Wert ein Test als positiv zu werten ist, unterschieden sich die Häufigkeiten positiver Resultate stark. Als die Wissenschaftler jedoch bei der Auswertung die Schwellenwerte anpassten, lieferten alle Tests ähnliche Ergebnisse. Aus diesen Zahlen ließen sich laut Brenner bundesweite Empfehlungen für Schwellenwerte einzelner Tests ableiten.

 

Bei fünf der neun untersuchten Tests ist eine Laboranalyse notwendig. Die restlichen vier Tests können direkt in der hausärztlichen und urologischen Praxis durchgeführt und ausgewertet werden. Sogar ein Test, der mithilfe ­einer Smartphone-App ausgewertet wird, lieferte in der Untersuchung zuverlässige Resultate – zumindest, wenn er von geschultem Personal durch­geführt wurde.

 

In Deutschland haben alle gesetzlich Krankenversicherten ab dem 55. Lebensjahr Anspruch auf eine Darmspiegelung. Sie gilt als sicherste Methode zur Entdeckung von Darmkrebs und seinen Vorstufen. Doch nur 20 bis 30 Prozent der Berechtigten nehmen daran teil. Daher sind niederschwelligere Screening-Untersuchungen wichtig. Die immunologischen Testverfahren haben inzwischen den weniger spezifischen HämOccult-Test abgelöst. Seit April werden sie von den Krankenkassen bezahlt. /

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