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Schätzerkreis

Alles beim Alten

19.10.2016  09:39 Uhr

Von Jennifer Evans / Gesetzlich Krankenversicherten bleibt 2017 wohl ein steigender Zusatzbeitrag erspart. Das prognostizierte der Schätzerkreis beim Bundesversicherungsamt vergangene Woche. Demnach kann der Zusatzbeitrag, den Arbeitnehmer allein tragen, beim aktuellen Stand von 1,1 Prozent bleiben. Dieser kommt zum gesetzlich festgelegten Fixbeitrag von 14,6 Prozent hinzu, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen. Seit 2015 ist der Arbeit­geberanteil bei 7,3 Prozent eingefroren.

 

Der Schätzerkreis erwartet für das Jahr 2017 Einnahmen in Höhe von 214,8 Milliarden Euro aus dem Gesundheitsfonds. Darin ist der Zuschuss des Bundes von 14,5 Milliarden Euro enthalten. Dem stehen voraussichtliche Ausgaben von 229,1 Milliarden Euro gegenüber.

Rechnerisch ergibt sich nach Angaben der Behörde keine Veränderung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes. Noch muss das Gesundheits­ministerium im Einvernehmen mit dem Finanzministerium den genauen Beitrag festlegen, aber generell orientiert es sich an der Prognose des Schätzerkreises. Das Ergebnis wird bis zum 1. November bekannt gegeben.

 

Grundsätzlich dürfen Deutschlands 118 Kassen ihre Zusatzbeiträge auch höher ansetzen. Allerdings laufen sie im Wettbewerb Gefahr, Mitglieder zu verlieren, wenn sie mehr Geld als die Konkurrenz verlangen.

 

Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung, sagte mit Blick auf die Prognose: »Dieses Signal der finanziellen Stabilität ist gut für 70 Millionen Versicherte.« Die gesetzliche Krankenversicherung stehe derzeit finanziell besser da, als noch vor wenigen Monaten zu erwarten war. Den entscheidenden Stabilitätsbeitrag leisteten die Beitragszahler allerdings selbst. Denn die zusätzlichen 1,5 Milliarden Euro aus dem Gesundheitsfonds, die 2017 an die Kassen ausgeschüttet werden sollen, haben die Versicherten zuvor eingezahlt, so Pfeiffer. /

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