Pharmazeutische Zeitung Online
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Steffens

OTC-Ausschluss überdenken

15.10.2013
Datenschutz bei der PZ

10/18 Chargenrückruf: Psoradexan®, 50 g und 2x50 g Creme, Psoradexan® forte, 50

Psoradexan®
50 g und 2x50 g Creme
Ch.-B.: 646341, 651351

Psoradexan® forte
50 g Creme
Ch.-B.: 646291

Die Firma Almirall Hermal GmbH, 21465 Reinbek, bittet um folgende Veröffentlichung:

„Im Rahmen von routinemäßigen Stabilitätsprüfungen der Produkte Psoradexan® (Dithranol, Harnstoff), 50 g und 2x50 g Creme (PZN 04904939 und 01315378) und Psoradexan® forte, 50 g Creme (PZN 04904945), wurde bei den genannten Chargen eine Abweichung von der Spezifikation beim Gehalt des Wirkstoffes Dithranol sowie eine damit zusammenhängende Verfärbung festgestellt. Auswirkungen auf die Sicherheit der Patienten sind nicht zu erwarten.
Trotzdem bitten wir Sie um Überprüfung Ihrer Warenbestände der genannten Arzneimittel mit den genannten Chargen und gegebenenfalls um Rücksendung von betroffenen Packungen mittels APG-Formular an den pharmazeutischen Großhändler zur Gutschrift.
Weitere Chargen als die genannten sind von diesem Rückruf nicht betroffen.
Wir entschuldigen uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten und bedanken uns für Ihre Kooperation.“

 

 

Zur Kenntnis genommen:

Bearbeiter:                     

Lagerbestand:               

 

 

 

Dienstag, 6. März 2018, 13:51

23 000 Tote gehen jährlich in den USA auf das Konto von Infektionen mit multiresistenten Erregern. Diese Zahl nennt die CDC in ihrem aktuellem Bericht »Antibiotic Resistance Threats in the United States 2013« (www.cdc.gov/drugresistance/threat-report-2013).

 

Die Lage ist sehr ernst. Der Handlungsspielraum wird immer enger und selbst Reserveantibiotika werden zunehmend resistent. Die Verbreitung von Multiresistenzen kann sich bei manchen Bakterien mit enormer Geschwindigkeit vollziehen, so Steve Solomon, Direktor des CDC-Office of Antimicrobial Resistance in einer Pressemitteilung der CDC.

 

Der unkritische Einsatz von Antibiotika, der die Hauptschuld an der aktuellen Lage trägt, hat unterschiedliche Aspekte: Erstens erfolgen viele Verordnungen ohne kritische Indikationsstellung. Zweitens werden oft Fehler bei der Anwendung gemacht, das heißt, die antibakteriellen Wirkstoffe werden nicht konsequent und nicht lange genug eingenommen. Und drittens ist auch der inflationäre Einsatz dieser hochwirksamen Substanzen in der Tierhaltung ein Riesenproblem. Nicht selten werden Antibiotika hier prophylaktisch eingesetzt, um die Erträge zu steigern.

 

Allein 11 000 Todesfälle werden laut CDC jährlich durch MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) verursacht – ein Keim, der auch in Deutschland trotz rückläufigen Trends nach wie vor zu den relevanten Problemkeimen zählt. Als äußerst bedrohlich wird außerdem die Situation bei Carbapenem-resistenten Enterobakterien, bei Neisseria gonorrhoeae sowie bei Clostridium difficile eingestuft.

 

Bleibt die Frage, wie man das Problem in den Griff bekommen kann. Neben einer strengen Indikationsstellung ist auch die Kontrolle der Compliance ein wichtiges Anliegen der Experten. Zudem wird auf die Infektionspräven­tion durch einfache Hygienemaßnahmen fokussiert. Und letztlich setzen die Experten auf die Entwicklung innovativer antibakterieller Wirksubstanzen – auch das zeigt, wie eng es bereits geworden ist.

 

Dazu sinn­gemäß CDC-Direktor Tom Frieden auf einer Pressekonferenz der CDC: Wenn nicht rasch etwas passiert, stehen wir mit leeren Händen da und können lebensbedrohliche Infektionen nicht mehr therapieren. /

Von Daniel Rücker / Die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hält es für falsch, dass Selbstmedikationsarzneimittel grundsätzlich nicht mehr verordnet werden dürfen. Die rot-grüne Bundesregierung hatte dies 2004 entschieden.

OTC-Arzneimittel seien auch angesichts der demografischen Entwicklung wichtig, um die Gesundheit zu erhalten oder sie wieder herzustellen, sagte Steffens beim OTC-Gipfel des Apothekerverbandes Nordrhein am Dienstag in Düsseldorf. Weil Patienten nun ihre Selbstmedikationsarzneimittel selbst bezahlen müssen, hätten vor allem ärmere Menschen auf diese Präparate verzichtet. Stattdessen bekämen sie seitdem möglicherweise Arzneimittel mit mehr Nebenwirkungen verordnet. Es habe eine deutliche Verlagerung von OTC- zu Rx-Medikamenten gegeben, sagte Steffens. »Ich kann mir deshalb nicht vorstellen, dass der Ausschluss von OTC-Arzneimitteln aus der Erstattungsfähigkeit im Sinne der Patienten war.«

 

Steffens fordert die Bundespolitik auf, über den Ausschluss der OTC-Arzneimittel nachzudenken. Zumindest in den Indikationen, in denen die meist nebenwirkungsärmeren Präparate für die Therapie wichtig seien, sollte eine Erstattung möglich sein, damit auch weniger wohlhabenden Menschen alle Therapieoptionen zur Verfügung stehen. Einen ausführlichen Bericht über den OTC-Gipfel lesen Sie in PZ 43/2013. /

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