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Zwei Malaria-Genome entschlüsselt

14.10.2008  10:47 Uhr

Zwei Malaria-Genome entschlüsselt

PZ / Internationale Forscherteams haben die Genome von den beiden humanen Malaria-Erregern Plasmodium vivax und Plasmodium knowlesi entziffert. Die kompletten Sequenzen wurden jetzt im Fachjournal »Nature« (Band 455, Seiten 757 bis 763 und Seiten 799 bis 804) veröffentlicht.

 

Bereits im Jahr 2002 war es einem britisch-amerikanischen Forscherteam gelungen, das Erbgut des gefährlichsten Erregers Plasmodium falciparum, der für die schwerste Malaria-Form, Malaria tropica, verantwortlich ist, zu entschlüsseln. Diese Form macht etwa 75 Prozent aller Malaria-Erkrankungen weltweit aus und führt zu 90 Prozent aller Todesfälle. Neu entschlüsselt wurde nun das Erbgut von Plasmodium vivax, das für ein Viertel aller Erkrankungen, vor allem außerhalb von Afrika, verantwortlich ist. Der Erreger ruft Malaria tertiana hervor, die meist gutartig verläuft, selten aber auch zu tödlichen Komplikationen führen kann. Das Genom ähnelt dem von Plasmodium falciparum stärker als erwartet. Dennoch konnten 150 Gene identifiziert werden, die für Plasmodium vivax spezifisch sind. Weiterhin wurde das Genom des eher unbekannten Erregers Plasmodium knowlesi entziffert, der erst vor Kurzem entdeckt wurde und bis dahin einem anderen Erreger zugeordnet wurde. Die Analyse zeigte, dass mehrere Gene des Einzellers Signaturen aufweisen wie sie auch menschliche Gene tragen, die an der Regulation des Immunsystems beteiligt sind. Eine »dramatische Form von molekularer Mimikry« (Nachahmung) nannten die Forscher diese Ähnlichkeit. Die neuen Gendaten sollen helfen, Zielstrukturen für Wirkstoffe zu identifizieren und die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen voranzutreiben.

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