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Körpereigenes Schmerzmittel

13.10.2008
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Körpereigenes Schmerzmittel

PZ / US-amerikanische Forscher haben ein körpereigenes Protein entdeckt, das achtmal effektiver gegen Schmerzen wirkt als Morphium. Das als Tumormarker bekannte Enzym Prostataspezifische saure Phosphatase (PAP) kommt auch in den für die Schmerzverarbeitung zuständigen Neuronen vor. Dort war es schon seit Längerem als FRAP (Fluorid-resistente saure Phosphatase) bekannt, die Forscher nutzen, um Nervenzellen der Schmerzverarbeitung zu identifizieren. Dass es sich bei beiden Enzymen um ein und dasselbe Protein handelt, haben Mark Zylka und seine Kollegen von der University of North Carolina at Chapel Hill an gentechnisch veränderten Mäusen nachgewiesen. Bei den Tieren, bei denen das PAP-Gen ausgeschaltet war, fiel auch die FRAP-Aktivität aus, berichten die Forscher im Fachjournal »Neuron« (Band 60, Seite 111). Doch das Enzym ist nicht nur ein Schmerzmarker, sondern auch ein Schmerzstiller: Die Mäuse ohne PAP-Aktivität reagierten deutlich stärker auf Schmerzen als der Wildtyp. Die Empfindlichkeit nahm ab, wenn die Mediziner den Mäusen PAP in die Wirbelsäule injizierten. Die schmerzstillende Wirkung hielt achtmal länger an als die von Morphium, schreiben die Forscher. PAP wirkt, indem es den »Schmerz« signalisierenden Botenstoff Adenosintriphosphat (ATP) in den schmerzunterdrückenden Botenstoff Adenosin spaltet. Die Forscher hoffen nun, eine ähnliche Phosphatase wie PAP zu finden, die oral appliziert werden kann.

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