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Minozyklin bei Schlaganfall

15.10.2007
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Minozyklin bei Schlaganfall

PZ / Die frühzeitige Gabe von Minozyklin scheint die Folgen eines Schlaganfalls mindern zu können. Zu diesem Ergebnis kommt das Team um Dr. Yair Lampl von der Universität Tel Aviv. Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin »Neurology» (Band 69, Seiten 1404 bis 1410) berichten, erhielten in einer placebokontrollierten Studie mit 152 Apoplexie-Patienten 74 Probanden fünf Tage lang 200 mg Minozyklin, die erste Gabe davon 6 bis 24 Stunden nach dem Schlaganfall. Zum Zeitpunkt der Krankenhauseinweisung litten alle Patienten an mittelschweren körperlichen und kognitiven Defekten. Der anhand der National Institutes of Health Stoke Scale ermittelte Schweregrad der Behinderungen betrug 7,5. Nach drei Monaten wiesen Patienten unter Minozyklin einen Wert von 1,6 auf, was auf leichte bis keine Behinderungen hinweist. Unter Placebo hatte sich der Wert dagegen nur auf 6,5 verbessert. In weiteren Studien sollen die Effekte des Tetrazyklins nun verifiziert und die optimale Dosis ermittelt werden. Der günstige Effekt von Minozyklin geht den Experten zufolge offenbar nicht auf die antibiotische Wirkung, sondern auf die Unterdrückung von Hirnentzündungen zurück.

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