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Tumor-MRT

Zucker als Kontrastmittel

11.10.2017  09:31 Uhr

Von Christina Hohmann-Jeddi / Eine Zuckerlösung statt der üblichen Kontrastmittel nutzten Wissenschaftlern im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Kollegen des Universitätsklinikums Heidelberg, um Gehirntumoren mit einem MRT-Verfahren sichtbar zu machen. Die Methode stellen die Forscher im Fachjournal »Radiology« vor (DOI: 10.1148/radiol.2017162351).

 

Der Methode liegt die Beobachtung zugrunde, dass Tumorzellen viel Glucose brauchen, um ihren hohen Energiebedarf zu decken. Die Messung der Zucker-Stoffwechselaktivität kann daher Krebsherde oder sogar besonders aggressiv wachsende Tumorareale identifizieren. Für diesen Zweck entwickelten Radiologen und Physiker um Dr. Daniel Paech vom DKFZ eine neue Art der Bildgebung, die Änderungen in der Zuckerkonzentration nach der Injektion von Glucoselösung in Hirnregionen erkennt.

 

Die klassische MRT beruht auf der Messung der Signale von Protonen im Wasser. Da der Körper zu über 60 Prozent aus Wasser besteht, entsteht so ein deutliches Bild. Um den viel geringer konzentrierten Traubenzucker sichtbar zu machen, benutzen die DKFZ-Forscher einen Hochfeld-Tomografen mit einer Magnetfeldstärke von 7 Tesla und eine spezielle Methode, um das Glucosesignal selektiv zu verstärken. Die für die Messung benötigte Menge an Traubenzucker entspricht etwa fünf Stück Würfelzucker. Die Forscher konnten in ihrer aktuellen Arbeit sowohl die Änderung des Glucose­signals von gesunden Hirnarealen als auch die krankhafte Änderung in Hirntumoren beim Menschen beobachten.

 

Mit einem anderen Messverfahren, der Positronenemissions-Tomografie, machen Wissenschaftler bereits seit Jahrzehnten den erhöhten Zuckerverbrauch in Tumoren sichtbar. Allerdings sind dazu radioaktiv markierte Zuckermoleküle notwendig. »Unsere Glucose-MRT dagegen kommt ohne jegliche Radioaktivität und somit ohne Strahlenbelastung für den Patienten aus«, sagt Paech in einer Mitteilung des DKFZ. Noch seien aber nicht alle Fragen zur neuen Messmethode vollständig geklärt. /

 

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