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Action medeor

Arzneimittel für die Welt

07.10.2015  10:04 Uhr

Seit mehr als 50 Jahren arbeitet Action medeor daran, die Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern zu verbessern. Eine kleine Gruppe von FIP-Kongressteilnehmern aus Malawi, Tansania, Großbritannien und Deutschland besichtigte das größte Medikamenten-Hilfswerk Europas.

Ein 4000 qm großes Zolllager, etwa 170 generische Arzneimittel, 450 verschiedene Medizinprodukte (Equipment und Verbrauchsgüter) und rund 3000 Partner in 130 Ländern weltweit: Größenordnung und Logistik von ­action medeor sind beeindruckend. Das Hilfswerk fungiert als pharmazeutischer Unternehmer und Großhändler von Basis­arzneimitteln gemäß der WHO-Empfehlung. Kunden sind Nicht-Regierungsorganisationen, kirchliche Organisationen und Privatinitiativen weltweit, die die Arzneimittel zum geringen Preis oder als Spende bekommen. Klar wurde bei dem Rundgang der Apotheker jedoch, dass es nicht vorrangig um Zahlen, sondern um Qualität und gezielte Hilfe geht.

»Wir beziehen unsere Arzneimittel heute häufig aus Indien, aber auch China – und zwar immer von geprüften und auditierten Herstellern. Regel­mäßig wird die Arzneimittelqualität in einem WHO-präqualifzierten Labor in Indien überprüft«, berichtete Christine Häfele-Abah, Leiterin der Abteilung Pharmazie, beim Rundgang durch das Zolllager. Etwa ein Drittel der Medikamente komme noch aus Europa.

 

Damit action medeor im Katastrophenfall schnell Arzneimittel bereitstellen kann, steht jederzeit ein Emergency Health Kit im Lager bereit, so die Apothekerin. Das Kit nach modi­fiziertem WHO-Standard besteht aus Basis- und Ergänzungskit und soll die Versorgung von 10 000 Menschen über drei Monate sichern. Wie werden die Verfalldaten der verpackten Medikamente überprüft, wie erfolgt der Versand und wie arbeiten die action-medeor-Mitarbeiter im Katastrophenfall: All dies wollten die internationalen Besucher von ihrer Kollegin wissen.

 

Neben der Nothilfe arbeitet action medeor intensiv in der Entwicklungszusammenarbeit mit lokalen Partnern und leistet viel pharmazeutische Fachberatung, verdeutlichte Vorstand Christoph Bonsmann anhand von Projekten in Malawi und Tansania.

Dabei gehe es um den Aufbau von Arzneimittelabgabestellen, Training von pharmazeutischen Experten, Studenten und Gesundheitshelfern sowie die Unterstützung beim Aufbau einer lokalen Arzneimittelproduktion. Einig waren sich die Apotheker, wie wichtig die kontinuier­liche Qualifizierung des Personals und die standardisierte Ausbildung sind. Dafür hat action medeor vor Kurzem gemeinsam mit Partnern ein Ausbildungsprojekt in Tansania gestartet. /

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