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Hilfsmittelversorgung

Apotheker fordern patientenfreundlichere Lösung

07.10.2015  10:04 Uhr
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Die Versorgung von Patienten mit Hilfsmitteln soll wieder unbürokratisch und aufzahlungsfrei möglich sein. Das forderten die Apotheker auf dem Deutschen Apothekertag in Düsseldorf. In mehreren Beschlüssen appellierten die Delegierten an den Gesetzgeber sowie die Krankenkassen, exklusive Ausschreibungsverträge mit bundesweit nur einem Leistungserbringer zu verbieten.

 

Dadurch könnten Patienten wieder wohnortnah und ohne Zeitverzögerung versorgt werden – beispielsweise mit Inhalationsgeräten. Auch muss aus Sicht der Apotheker das Sachleistungsprinzip gewährleistet sein, damit Patienten ihre Hilfsmittel wieder ohne Aufzahlung und in gewohnter Qualität erhalten.

 

»Der unübersichtliche Hilfsmittelmarkt wird durch die Ausschreibungen der Krankenkassen und die bürokratischen Hürden der Präqualifizierung immer schwieriger zu bedienen«, sagte Rainer Bienfait, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Hilfsmittel und Stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV). Ausschreibungen als Einsparinstrumente bei Hilfsmitteln seien versorgungsfeindlich. Die Kosteneinsparungen führten oft zu schlechterer Versorgungsqualität und gingen zu Lasten der Versicherten. Zudem gefährde die Ausschreibungspraxis die wohnortnahe und flächendeckende Hilfsmittelversorgung, so die Kritik.

 

Ein vereinfachtes Präqualifizierungsverfahren für Apotheken würde aus Sicht der Apotheker zudem bei bestimmten Hilfsmitteln die Versorgungssicherheit von Patienten erhöhen, wie beispielsweise bei insulinpflichtigen Diabetikern. Auch soll eine Übergangsfrist bei Betriebsübernahmen möglich sein. Bislang erlischt die Präqualifizierung automatisch bei Übergabe der Apotheke an einen neuen Inhaber, sodass Patienten zunächst ihre Hilfsmittel nicht mehr in ihrer bisherigen Apotheke erhalten können.

 

Laut Bienfait behindern die übertriebenen Anforderungen der Präqualifizierung die Versorgung zusätzlich. Sie seien nicht praktikabel, und der Aufwand dafür stehe in keinem Verhältnis zu den Bedürfnissen der Versicherten. »Apotheken sind von zahlreichen Versorgungsbereichen, die zuvor reibungslos funktionierten, mittlerweile ausgeschlossen.« Eine größere Flexibilität bei der Anwendung der Eignungskriterien des GKV-Spitzenverbandes sei deshalb dringend erforderlich, betonte Bienfait. Das anstehende Pflegestärkungsgesetz bietet aus Sicht der Apotheker Gelegenheit, die entsprechenden Forderungen der Apotheker zu berücksichtigen. /

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