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Arzneimitteltherapiesicherheit

Apotheker besser vernetzt

07.10.2015  10:04 Uhr

Die Apotheken sollen für den im E-Health-Gesetz vorgesehenen digitalen Datenaustausch im Gesundheitswesen gut vorbereitet sein. Wie der Bundesverband der Deutschen Apothekensoftwarehäuser (ADAS) auf der Expopharm bekannt gab, hat er dazu eine verbesserte Standardschnittstelle entwickelt. Demnach ist künftig der Austausch von Medikationsdaten in vielfältigen Anwendungsfällen auch auf Industrieebene möglich.

Das neue Austauschformat, mit dem sich Apotheker und Leistungserbringer vernetzen, soll die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) erhöhen. Es basiert auf den Erfahrungen bereits existierender AMTS-Projekte wie etwa ARMIN in Sachsen und Thüringen. Hier erfolgt schon jetzt ein Austausch von Medikationsdaten zwischen Arzt, Apotheke und Krankenkasse. Mit der neuen AMTS-Standardschnittstelle soll nun auch der Austausch zwischen weiteren Leistungserbringern wie etwa Pflegeheimen und Blisterzentren möglich sein. Denn bislang findet dieser Datenaustausch laut ADAS entweder papierbasiert oder elektronisch über proprietäre Einzelschnittstellen statt.

 

Die neue Schnittstelle funktioniert demnach als eine Art Baukastensystem, das optional den entsprechenden Datenaustausch mit dem jeweiligen Partner, wie etwa Kostenträger, Heim oder Krankenhaus ermöglicht. »Das Design ermöglicht eine einfache und flexible Integration in bestehende und neue Abläufe bei verschiedenen Leistungserbringern«, so Stefan Haux vom Softwarehaus Lauer-Fischer. Die neue AMTS-Schnittstelle bestehe dabei aus zwei Teilen: Einer umfassenden Beschreibung der für das Medikationsmanagement erforderlichen Daten sowie einer Kommunikationsplattform zum sicheren Austausch zwischen den Softwaresystemen.

 

Verbesserungsbedarf bei der bisherigen bei ARMIN genutzten Schnittstelle sahen die Softwareexperten außer bei den technischen Fragestellungen vor allem auch bei der Standardisierung und Qualitätssicherung von fachlich bisher nicht einheitlichen Begriffen. So bedürfen laut ADAS etwa Elemente wie Dosierung und Einnahmezeitpunkte eine konsequentere Spezifikation.

 

Die neue Schnittstelle ist offen und jederzeit um weitere Funktionen erweiterbar. Künftig könnte digital etwa auch ein Interaktions-Check von Medikamenten möglich sein, heißt es. Laut ADAS steht das neue Austauschformat grundsätzlich allen Marktpartnern zur Verfügung, die mit Apotheken hinsichtlich Medikationen Daten austauschen wollen. Die Schnittstelle soll nun konsequent weiterentwickelt werden und sich so künftigen Erfordernissen anpassen. Gemeinsam mit der ABDA wollen die Systemhäuser sicherstellen, dass die neue AMTS-Schnittstelle in die künftige Telematikinfrastruktur zur Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte überführt wird. /

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