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OTC-Geschäft

Bayers großer Deal

08.10.2014
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Von Ev Tebroke / Bayers Milliardenübernahme des OTC-Geschäfts vom MSD (Merck & Co.) in den USA ist unter Dach und Fach. Durch den Erwerb rücken die Leverkusener im Bereich rezeptfreier Produkte weltweit auf den zweiten Platz.

Nur der Kauf von Schering war mit einem Umfang von rund 17 Milliarden Euro noch größer: Mit der Einverleibung der OTC-Sparte des US-Konkurrenten MSD hat Bayer nun den zweitgröß­ten Zukauf seiner Firmengeschichte abgeschlossen. Nach Angaben des Konzerns wurde die Transaktion nach Erhalt der kartellrechtlichen Freigaben zum 1. Oktober 2014 vollzogen. 

 

Für den Erwerb dieser sogenannten Consumer-Care Sparte von MSD hat Bayer 14,2 Milliarden US-Dollar gezahlt (rund 11,3 Milliarden Euro). Verantwortlich für das neue Consumer-Care-Geschäft ist Erica Mann, Mitglied des Führungsgremiums von Bayer Healthcare und Leiterin der Abteilung Consumer Care. Die rund 2000 bisherigen Mitarbeiter von MSD und etwa 8800 Beschäftigte von Bayer werden nun unter einem Dach zusammengeführt.

 

»Diese Akquisition ist ein Meilenstein für Bayer«, erklärte der Bayer-Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers. Durch die Übernahme werde das Geschäft mit rezeptfreien Produkten von Bayer in mehreren Therapiegebieten und Regionen deutlich verstärkt. Wie der Konzern mitteilte, kamen die beiden OTC-Sparten von Bayer und MSD im Jahr 2013 zusammen auf rund 5,5 Milliarden Euro Umsatz. Bayer sieht sich in der Branche nun weltweit als zweitgrößten Anbieter, nach dem kombinierten OTC-Geschäft von Novartis und GlaxoSmithKline, das im kommenden Jahr zusammengeführt werden soll, und vor dem bisher weltgrößten Anbieter Johnson & Johnson.

 

Durch den Kauf wird Bayer nach eigenen Angaben in Nord- und Lateinamerika im Bereich OTC führend. Mit den Bereichen Dermatologie und Magen-Darm-Erkrankungen besetze man in zwei der fünf wichtigsten Segmente der rezeptfreien Gesundheitsprodukte die globalen Spitzenpositionen, heißt es. In der Kategorie Erkrankungen der oberen Atemwege sei der Konzern weltweit zur Nummer zwei aufgerückt. Im Segment Nahrungsergänzungsmittel belege das Unternehmen weiterhin den zweiten Rang und in der Schmerztherapie den dritten.

 

Erhebliche Kostensynergien

 

Die wichtigsten Marken, die ab sofort zum Bayer-Portfolio gehören, sind demnach Claritin® (Allergien), Coppertone® (Sonnenschutz), MiraLAX® (Magen-Darm-Erkrankungen), Afrin® (Erkältung) sowie in Nord- und Lateinamerika Dr. Scholl’s ®(Fußgesundheit).

 

Nach eigenen Angaben erwartet Bayer aus der Integration erhebliche Kostensynergien, insbesondere bei Marketingaufwendungen und Herstellungskosten, in Höhe von rund 200 Millionen US-Dollar pro Jahr ab 2017. Zudem sollen die erhöhte Vertriebskraft und die Nutzung der globalen Infrastruktur von Bayer dabei helfen, die von MSD erworbenen Marken in Schlüsselländern außerhalb der USA einzuführen. Dies soll 2017 bereits zu Umsatzsynergien in Höhe von etwa 400 Millionen US-Dollar führen. Die Leverkusener gehen davon aus, dass die Übernahme schon im kommenden Jahr Früchte tragen wird. Dann soll sie 2 Prozent zum bereinigten Konzernergebnis je Aktie beitragen. /

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