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Aut-idem-Liste

Zwei Monate für weitere Gespräche

08.10.2013
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Von Anna Hohle und Stephanie Schersch / Vergangene Woche haben Apotheker und Krankenkassen auch vor der Schiedsstelle keine Einigung in Sachen Aut-idem-Liste erzielt. Beide Seiten wollen nun zunächst noch einmal versuchen, in bilateralen Gesprächen eine Lösung zu finden.

Thema der Verhandlung waren laut Deutschem Apothekerverband (DAV) insbesondere die Kriterien, die für die Aufnahme von Wirkstoffen auf die Liste ausschlaggebend sein sollen. Die Schiedsstelle unter Vorsitz von Rainer Hess hatte hierzu einen Vorschlag ausgearbeitet. Anders als die Apotheker wollte der GKV-Spitzenverband diesen aber nicht akzeptieren. Er setzt stattdessen erneut auf bilaterale Verhandlungen mit dem DAV außerhalb der Schiedsstelle.

Seit Monaten streiten Kassen und Apotheker nun schon über die Aut-idem-Liste. Die gesetzliche Grundlage für eine solche Vereinbarung hatte die Regierung im vergangenen Herbst geschaffen. Die Verhandlungen über die Aufnahme konkreter Wirkstoffe auf die Liste gestalten sich aber äußerst zäh. Zwar hatten die Apotheker im Juli eine erste Aufstellung mit 20 Wirkstoffen vorgelegt, mit ihr konnten sich aber die Kassen nicht anfreunden. Der GKV-Spitzenverband hatte schließlich eine Liste mit lediglich vier Arzneistoffen für akzeptabel erklärt. Dieser Vorstoß wiede­rum stieß beim DAV auf Widerstand.

 

Zwei weitere Monate haben Kassen und Apotheker nun Zeit, eine Lösung in bilateralen Verhandlungen zu finden. Gelingt das nicht, wird das Schiedsverfahren wieder aufgenommen. »Von uns aus können die Gespräche zeitnah beginnen«, sagte der Vizechef des GKV-Spitzenverbands, Johann Magnus von Stackelberg. »Wir hoffen, dass sich die Apotheker diesmal flexibel zeigen.«

 

Dabei waren es zuletzt vor allem die Kassen gewesen, die sich gegen eine Einigung gestellt haben. Sie befürchten, dass mit der Aut-idem-Liste die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Austauschbarkeit von Arzneimitteln ausgehebelt werden könnten. Außerdem wollen sie verhindern, dass bei der Diskussion, ob ein Präparat vom Austausch ausgenommen wird, bestimmte Punkte doppelt gewichtet werden. Stelle man etwa anhand der eingereichten Rezepte fest, dass Ärzte bei einem bestimmten Arzneimittel häufig das Aut-idem-Kreuz setzen, zähle das zwar als Argument gegen eine Substitution, heißt es beim GKV-Spitzenverband. Der DAV dürfe dann allerdings nicht nochmals bei seinen Mitgliedern anfragen, wie oft diese Aut-Idem-Kreuze gezählt hätten und das Ergebnis als zusätzliches Argument in die Diskussion einbringen.

 

Die Apotheker hoffen auf schnelle und ergebnisorientierte Gespräche. Die jüngsten Forderungen des GKV-Spitzenverbands könne man aber nicht nachvollziehen, sagte DAV-Chef Fritz Becker. /

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