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Medikationsplan

Fachärzte wollen Apotheker einbinden

05.10.2016  09:02 Uhr

Von Christina Müller / Mit Blick auf den am 1. Oktober eingeführten bundeseinheitlichen Medikationsplan kritisiert der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) die einseitige Verantwortlichkeit des Arztes. Eine vom Grunde her richtige Maßnahme für Patienten werde dadurch in ihrer Nachhaltigkeit erheblich eingeschränkt, sagte der SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars Lindemann.

 

Der Gesetzgeber habe bei der Umsetzung des E-Health-Gesetzes nicht berücksichtigt, dass gerade Patienten mit Polymedikation häufig eine Stammapotheke hätten, in der sie auf die verschreibungspflichtigen Medikamente abgestimmte OTC-Arzneimittel erhielten. Die Expertise der Apotheker außen vor zu lassen, spare an der falschen Stelle, da Wechselwirkungen von Arzneien neben großen körperlichen Nachteilen für die Patienten auch enorme Kosten verursachten, heißt es. Daher halten die Fachärzte »von Beginn an ein kontinuierliches Medika­tionsmanagement koordiniert durch Arzt und Apotheker« für notwendig – inklusive einer angemessenen Vergütung für alle Beteiligten.

 

Damit stützen die Mediziner die Position der Apotheker, die mit ihrer vom E-Health-Gesetz zugewiesenen Rolle unzufrieden sind. Das Erstellen von Medikationsplänen ist den Ärzten vorbehalten, die dafür im Jahr 2017 ein Honorar von rund 163 Millionen Euro erhalten. Für die Ergänzungen durch den Apotheker ist kein Honorar vorgesehen. /

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