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05.10.2010  13:39 Uhr

ADHS-Arzneimittel werden seltener verordnet

PZ / Die Verordnung von Methylphenidat und Atomoxetin gegen Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Das meldet die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) unter Berufung auf eigene Daten. Danach sank die Zahl der Verordnungen für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren im Verlauf von zwei Jahren um 24 Prozent. Über alle Alterkassen hinweg habe es hingegen einen moderaten Anstieg um 4 Prozent gegeben, so die DAK. Arzneimittel gegen ADHS sollen in Zukunft zudem gezielter verordnet werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss rät zu einer strengeren Diagnosestellung, einer Verordnung ausschließlich durch Spezialisten und regelmäßigen Therapieunterbrechungen, um die Auswirkung der Therapie kontrollieren zu können.

 

Statine schützen möglicher­weise vor Alzheimer

PZ / Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine können vermutlich den Abbau des Amyloid-Beta-Peptids (A-Beta) fördern. Das ergab eine Untersuchung der Universität Bonn, die im »Journal of Biological Chemistry« (doi: 10.1074/jbc.M110.149468) erschienen ist. A-Beta ist Bestandteil der Plaques, die sich bei der Alzheimer-Krankheit im Gehirn ablagern. Die Bonner Wissenschaftler konnten in Zellkulturen und im Tierversuch an Mäusen zeigen, dass Statine die Ausschüttung eines Enzyms (IDE) fördern, das A-Beta abbaut. »Dieser Effekt beruht erstaunlicherweise nicht auf der cholesterinsenkenden Wirkung der Statine«, erläuterte Professor Dr. Jochen Walter, Neurologische Klinik der Universität Bonn. »Statine hemmen jedoch gleichzeitig die Bildung sogenannter Isoprenoide. Über diesen Nebeneffekt sorgen sie dafür, dass die Microgliazellen im Gehirn mehr IDE ausschütten.«

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