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05.10.2010
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ADHS und Gene

PZ / Einige genetische Variationen treten bei ADHS-Patienten häufiger auf als bei Gesunden. Dies weise auf mögliche genetische Wurzeln der Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung hin, berichten Forscher im Fachjournal »Lancet« (doi: 10.1016/S0140-6736(10)61109-9). Da ADHS familiär gehäuft aufritt, vermuteten Forscher schon seit Längerem eine genetische Prädisposition. Um die beteiligten Genvarianten zu identifizieren, analysierten Anita Thapar und ihre Mitarbeiter von der Universität Cardiff die Genome von 366 diagnostizierten ADHS-Patienten und 1047 Personen ohne diese Diagnose. Die Forscher entdeckten bei den Patienten eine erhöhte Zahl an Varianten in der Genkopiezahl (copy number variations, CNV), also fehlende oder verdoppelt vorliegende Gene. Diese CNV traten bei 15,5 Prozent der ADHS-Patienten und 7,4 Prozent der Kontrollgruppe auf. Sie lagen in Regionen vor, die mit der Suszeptibilität für Schizophrenie und Autismus in Verbindung gebracht werden. Während die Forscher in ihren Ergebnissen einen Beleg für den Einfluss der Gene auf die Entstehung von ADHS sehen, sind andere Experten skeptisch: Varianten bei einem Sechstel der Patienten könnten nicht die genetischen Grundlage einer Erkrankung erklären.

 

Junge erhält Kunstherz

dpa / Weltweit erstmals ist in Italien einem 15-jährigen Jungen ein permanentes künstliches Herz implantiert worden. In einer zehnstündigen Operation pflanzte ein Ärzteteam unter Leitung von Antonio Amedeo in Rom einem Jungen ein Kunstherz ein, das dauerhaft in der Brust des Patienten bleiben soll und nicht – wie sonst üblich – zur Überbrückung der Wartezeit auf ein Spenderorgan dient. »Es ist weltweit das erste Mal, dass ein Kind unter 16 Jahren ein solches Herz erhält«, erklärte Amedeo. Der Junge leidet nach den Angaben des Teams an einer Krankheit, die es ausschließt, dass er auf eine Warteliste kommt. Deshalb hätten sie sich zu dieser Lösung entschieden, erläuterten die Ärzte. Noch wollten sie keine genaue Prognose geben. Doch sollte alles weiter gut verlaufen, habe der Junge mit dem Batterieherz anstatt weniger Monate weitere 20 bis 25 Jahre zu leben. »Das Herzwunder von Rom«, titelten italienische Medien. Das Kunstherz ist vier Zentimeter lang. Es wurde in die linke Herzkammer eingepasst und mit der aufsteigenden Aorta verbunden. Das Gerät ist eine Art hydraulische Pumpe, die elektrisch betrieben wird. Sie wurde ganz in den Brustkorb eingefügt, um die Infektionsgefahr zu verringern. Die Stromzufuhr erfolge über einen Stecker hinter dem linken Ohr, erläuterten die Ärzte. Damit verbunden ist eine Batterie, die der Patient am Gürtel trägt.

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