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Auch späte Thrombolyse nützt

30.09.2008
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Auch späte Thrombolyse nützt

PZ / Schlaganfallpatienten scheinen deutlich länger von einer Thrombolyse zu profitieren als vermutet. Das belegt eine Studie, die der Neurologe Professor Dr. Werner Hacke von der Universität Heidelberg und seine Kollegen in der aktuellen Ausgabe des »New England Journal of Medicine« veröffentlichten. Die Thrombolyse dient dazu, Blutgerinnsel im Gehirn aufzulösen, die den meisten Schlaganfällen zugrunde liegen. Bislang gingen Ärzte davon aus, dass das Verfahren nur innerhalb von drei Stunden nach dem Auftreten der Symptome wirksam sei. Doch die Studie von Hacke und Kollegen belegt einen deutlich längeren Nutzen. Das Forscherteam bezog 821 Schlaganfall-Patienten ein. Diese bekamen durchschnittlich vier Stunden nach Auftreten der Symptome entweder eine Thrombolyse mit dem Wirkstoff Alteplase oder eine Scheinbehandlung mit Placebo. 90 Tage später lag die Rate der Kranken mit einem guten Behandlungserfolg in der Alteplase-Gruppe bei rund 52 Prozent, in der Placebogruppe dagegen nur bei 45 Prozent. Daher empfehlen die Forscher auch bei spät eingelieferten Patienten noch eine Thrombolyse.

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