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Immer mehr Kinder haben Bluthochdruck

24.09.2013
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Von Annette Mende / Bluthochdruck gilt als typische Erwachsenenkrankheit, doch sind davon auch immer mehr Kinder und Jugendliche betroffen. Das meldete die Deutsche Hochdruckliga (DHL) anlässlich des Weltkindertags am 20. September.

In Deutschland könnten demnach rund 700 000 Kinder betroffen sein. Der Grund ist häufig Übergewicht, dessen Prävalenz in dieser Altersgruppe ebenfalls steigt. Weitere mögliche Ursachen sind Schlafstörungen oder organische Schäden wie Nieren- und Stoffwechsel­erkrankungen.

Aktuellen Untersuchungen zufolge sind bei rund 20 bis 30 Prozent aller 15- bis 20-Jährigen bereits Veränderungen an den Herzkranzgefäßen sichtbar, heißt es in einer Pressmitteilung der DHL. Das seien erste Anzeichen für eine beginnende Atherosklerose. Es sei daher wichtig, auch schon bei Kindern ab drei Jahren regelmäßig den Blutdruck zu messen, insbesondere wenn bereits Familienmitglieder an Hypertonie erkrankt sind.

 

Der Blutdruck steigt bei Heranwachsenden mit dem Alter und der Körpergröße. »Das erschwert es, eine klare Grenze zwischen normalen und erhöhten Werten zu ziehen, wie es bei Erwachsenen möglich ist«, sagt Professor Dr. Hans-Georg Predel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DHL, laut Mitteilung. Um Diagnose und Therapie zu erleichtern, hat die DHL Grenzwerte festgelegt: für 12-Jährige 125/80 mmHg, für 16-Jährige 135/85 mmHg und für Über-18-Jährige 140/90 mmHg.

 

In der Therapie der Hypertonie im Kindesalter stehen nicht medikamentöse Maßnahmen eindeutig im Vordergrund. Eine Pharmakotherapie muss in den allermeisten Fällen Off-Label erfolgen. Mit der Gründung einer eigenen Kommission für Hypertonie bei Kindern will die DHL unter anderem auf den dringenden Forschungsbedarf hinweisen. /

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