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Zack, zack zu sicherer Kinderarznei

22.09.2008
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Zack, zack zu sicherer Kinderarznei

Von Sven Siebenand, München

 

Die ZAK-Datenbank soll die Arzneimitteltherapie von Kindern sicherer machen. Apotheker und Ärzte haben mit dem DocCheck-Passwort kostenlosen Zugang zur Datenbank.

 

In vielen Fällen erhalten Kinder Arzneimittel, die für ihre Altersgruppe nicht zugelassen sind. Der Einsatz von Medikamenten in diesem Off-label-Use soll sich mithilfe der ZAK-Datenbank reduzieren. Die Abkürzung ZAK steht für zugelassene Arzneimittel für Kinder, informierte Dr. Petra Schoettler von der Hexal Foundation auf einem Workshop im Rahmen der Expopharm. ZAK enthält ausschließlich Arzneimittel, die zur Behandlung mindestens einer pädiatrischen Altersgruppe zugelassen sind. Momentan sind 1852 Arzneimittel von mehr als 50 Pharmaunternehmen gelistet. Das soll aber noch lange nicht das Ende sein. »Wir hoffen, dass wir in den nächsten Jahren eine vollständige Datenbank zur Verfügung stellen können«, sagte Schoettler. Unter www.zak-kinderarzneimittel.de kann der Anwender aus unterschiedlichen Suchoptionen auswählen: Für sechs Altersgruppen (Neugeborene, Säuglinge, Kleinkinder, Vorschulkinder, Schulkinder und Jugendliche) kann recherchiert werden, welche Wirkstoffe in einer Indikationsgruppe zur Verfügung stehen, in welchen Arzneimitteln diese Wirkstoffe enthalten sind und in welchen Darreichungsformen diese Arzneimittel angeboten werden.

 

Voraussetzung dafür ist, dass die pharmazeutischen Unternehmen ihre Fachinformationen zur Verfügung stellen und aktualisieren. Textstellen mit Angaben zur Dosierung, Art und Dauer der Anwendung bei Kindern sowie besondere Hinweise sind farbig gekennzeichnet und können somit schnell gefunden werden. Ein weiteres Bonbon sind die Links zu Therapieleitlinien. »So lässt sich schnell feststellen, welche Arzneimittel überhaupt zur Anwendung bei einer bestimmten Erkrankung empfohlen werden«, so Schoettler. Mit der Entwicklung der Datenbank sei ein großer Schritt in Richtung erhöhte Transparenz bei Kinderarzneimitteln gemacht. Das konnte der Moderator des Workshops, Professor Dr. Jörg Breitkreutz von der Uni Düsseldorf, nur unterstreichen. »So etwas gibt es sonst nirgendwo in Europa«, so Breitkreutz. Neben ihm sind gleich drei weitere Apotheker im Expertenbeirat der Hexal-Initiative Kinderarzneimittel vertreten: PZ-Chefredakteur Professor Dr. Hartmut Morck, DPhG-Präsident Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz und Professor Dr. Stephanie Läer von der Uni Düsseldorf.

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