Pharmazeutische Zeitung online

Jugendliche Sucht

21.09.2010  18:08 Uhr

PZ / Tabak und Alkohol verursachen hierzulande annähernd 25 Prozent aller Behinderungen und Todesfälle. Damit liegen sie mit weitem Abstand vor Bewegungsmangel und zu hohem Blutdruck, die zusammen knapp 10  Prozent verursachen. Pro Jahr sterben in Deutschland so viele Menschen alkoholbedingt, als würden umgerechnet zwei vollbesetzte Jumbo-Jets pro Woche abstürzen. Bei den nikotinbedingten Todesfällen entspricht dies sogar dem Absturz eines vollbesetzten Jumbo-Jets am Tag!

Bundes- und europaweite Studien geben regelmäßig einen Anteil von mindestens einem Drittel der Jugendlichen an, die sich mindestens einmal pro Monat in einen Alkoholrausch trinken. Entsprechend nimmt die Zahl der im Krankenhaus behandlungsbedürftigen Alkoholintoxika­tionen jährlich zu.

 

Neuere neurobiologische Untersuchungen zeigen, dass ein Suchtmittelkonsum während entwicklungsbiologisch besonders empfindlicher »Umbauphasen« des ZNS, zum Beispiel der Pubertät, sehr viel stärkere und nachhaltigere Effekte hervorrufen kann, als im »ausgereiften« Gehirn eines Erwachsenen. Entsprechend zeigen aktuelle Verlaufsuntersuchungen, dass annähernd jedem zehnten jugendlichen Alkoholkonsumenten später auch tatsächlich eine Alkoholabhängigkeit droht. Zum Vergleich ist in der aktuellen erwachsenen Gesamtbevölkerung umgerechnet »nur« jeder 35. alkoholabhängig.

 

Beim gemeinsamen Präventionskongress von WIPIG und Pharmazeutischer Zeitung in München spricht Privatdozent Dr. Norbert Wodarz, Erster Vorsitzender der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg, über Suchtprävention in der Schule. Ein Anmeldeformular zum Kongress am 30. und 31. Oktober in München findet sich unter www.wipig.de. / 

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