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Trockene AMD

Lampalizumab enttäuscht in Phase III

12.09.2017  10:07 Uhr

Von Kerstin A. Gräfe / Der Antikörper Lampalizumab, der zur Behandlung der geografischen Atrophie (GA) – einer Spätform der trockenen altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) – angewendet werden soll, hat in einer Phase-III-Studie enttäuschend abgeschnitten. Wie Hersteller Roche mitteilt, wurde in der SPECTRI-Studie der Endpunkt nicht erreicht. Ob der Arzneistoff weiterentwickelt wird, hängt jetzt vom Ausgang einer weiteren Phase-III-Studie ab.

 

An der randomisierten SPECTRI-­Studie hatten mehr als 900 Patienten teilgenommen, die an GA als sekundärer Folge einer AMD litten. Sie erhielten ein Jahr lang alle vier oder sechs Wochen intravitreale Injektionen von je 10 mg Lampalizumab oder Placebo.

Lampalizumab habe im Vergleich zur Scheinbehandlung keine signifikanten Veränderungen im GA-Läsionsbereich bewirkt, so Roche. Angesichts der mangelnden Wirksamkeit werde die Studie unterbrochen bis die Daten der zweiten, identischen Phase-III-Studie ­CHROMA vorliegen. Auch an dieser Untersuchung hatten etwa 900 Patienten teilgenommen. Erste Ergebnisse erwartet Roche im November.

 

Lampalizumab ist ein Antigen-­bindendes Antikörperfragment, das gegen den Komplementfaktor D gerichtet ist. Dieses Enzym ist an der Aktivierung des alternativen Komplement-Stoffwechselwegs (ACP) beteiligt, ­einer Komponente des Immunsystems, die bei trockener AMD überaktiv zu sein scheint. Gegenwärtig gibt es laut Roche keine zugelassene Behandlung für diese Form der AMD. Lampalizumab galt als Hoffnungsträger. Der Arzneistoff ist zwar nicht in der Lage, verlorene Sehkraft wiederherzustellen, er soll aber das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten können. /

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