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Colitis ulcerosa

Mukosaheilung als Ziel

10.09.2013
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Von Brigitte M. Gensthaler, München / Die Heilung der Darmschleimhaut ist bei Patienten mit Colitis ulcerosa (CU) nach einem Schub ein wichtiges Therapieziel. Damit sinkt auch die Rezidivrate. Mesalazin hilft, die Remission zu erhalten.

Die CU ist eine chronisch-entzündliche, schubweise verlaufende Darmerkrankung, die meist am After beginnt und den gesamten Dickdarm befallen kann. Blutig-schleimige Durchfälle, starke Dranginkontinenz und nächtliche Entleerungen können erste Anzeichen sein, informierte Professor Dr. Ralf Kiessling, Frankfurt, auf einer von Hersteller Shire unterstützten Pressekonferenz in München. Eine CU könne in jedem Alter, auch bei alten Menschen auftreten. Je ausgeprägter die mukosale Entzündung, desto größer das Risiko für ein kolorektales Karzinom.

Ziel der Therapie ist es, die Durchfälle und sonstige Beschwerden zu stoppen und die Mukosa zur Heilung zu bringen. Die beste Prognose hätten Patienten, bei denen endoskopisch keine mukosale Barrierestörung nachweisbar ist, sagte Kiessling. Klinisch könne man die Entzündungsaktivität und den Grad der Mukosaheilung aber nicht beurteilen. Der Arzt plädierte für die Kolo­skopie, am besten im Verbund mit der Endomikroskopie. Damit könnten Epithellücken oder Mikroerosionen entdeckt werden.

 

Die medikamentöse Therapie erfolgt je nach Ausprägung und Lokalisation der CU topisch oder systemisch. Dafür stehen Glucocorticoide, 5-Aminosalicylsäure (5-ASA) und Derivate, Immun­modulatoren wie Azathioprin und Biologika wie Infliximab zur Verfügung. »Corticoide können kurzzeitig die Entzündung eindämmen, aber sie bewirken keine mukosale Heilung«, sagte Kiessling. Bei akuten Schüben einer leichten bis mittelschweren CU kann Mesalazin (5-ASA) als Monotherapie gegeben werden. Häufig wird es kombiniert, zum Beispiel mit Corticoiden. Bei mangelndem Ansprechen kommen Azathioprin oder Biologika zum Einsatz, bei therapieresistenten Patienten auch beides.

 

Ist eine Remission erreicht, gilt es, diese zu erhalten – in der Regel mit lokal oder systemisch angewandten 5-ASA-Präparaten. »Die Mesalazin-Dauertherapie senkt das Schubrisiko und das Risiko für kolorektale Tumoren, vor allem wenn der Darm großflächig befallen ist«, sagte Kiessling. In der Langzeittherapie reichen nach seinen Erfahrungen 1,2 bis 1,5 g Mesalazin oral meist aus. Etwa 3 Prozent der Patienten reagieren auf Mesalazin mit einer akuten Verschlimmerung, zum Beispiel mit Krämpfen, Bauchschmerzen und blutigen Durchfällen. Dann muss das Medikament sofort abgesetzt werden. /

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