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Neue Rolle

07.09.2007
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Neue Rolle

Der diesjährige Weltpharmaziekongress der Fédération Internationale Pharmaceutique (FIP) hat einmal mehr gezeigt, wie unterschiedlich die Gesundheitssysteme auf der Erde sind. Damit wurden auch die Unterschiede in der Pharmazie offenbar.

 

Klar wurde auch, dass die FIP als Dach von rund 100 Mitgliedsorganisationen weltweit nur die Moderatorenrolle übernehmen kann, da die Mitgliedsorganisation zum Teil unterschiedliche, wenn nicht sogar konträre Interessen vertreten.

 

In den unterentwickelten Ländern kann die FIP natürlich auf Regierungsebene den dortigen Pharmazeuten Unterstützung anbieten, um internationale Standards in deren Systeme zu implementieren.

 

Die entwickelten Länder müssen selbst sehen, wie sie ihre Probleme lösen. Hier kann die FIP nur die Plattform liefern, auf der man sich gegenseitig auszutauschen und neue Wege finden kann. In Peking hat erfreulicherweise die Gruppe der jungen Pharmazeuten innerhalb der FIP die Initiative ergriffen und zu einer Diskussion über die Finanzierung der Gesundheitssysteme eingeladen. Aus Australien, USA, Finnland, Deutschland und Großbritannien wurden die Systeme von kompetenten Repräsentanten der einzelnenLänder vorgestellt. Bewertet man die verschiedenen Systeme, wird klar, dass keines der anwesenden Länder ein System eines anderen übernehmen kann. Auch die Methode Rosinenpicken, aus jedem das Beste zu einem neuen System vereinen, wäre Unsinn.

 

Aus deutscher Sicht muss man zu dem Schluss kommen, dass das US-System so schlecht ist, dass es selbst die Nordamerikaner nicht exportieren wollen. England verbietet sich politisch, da es als ersten Schritt zum Kommunismus interpretiert werden könnte, wie Ulrich Dietz auf dem Podium formulierte (siehe dazu hier). Die einzige Erkenntnis, die aus allen Systemen gezogen werden sollte: Will der Apotheker in dem Gesundheitssystem ein wichtigere Rolle in der Zukunft spielen, dann sollte er die Rolle des Healthcare-Managers übernehmen, was die Ärzte nicht können. Er macht sich damit unersetzlich, würde von der Gesellschaft anerkannt und vielleicht auch von den Krankenkassen als Vertragspartner geschätzt, weil er als solcher zum sinnvollen Ressourceneinsatz verpflichtet ist.

 

Professor Dr. Hartmut Morck

Chefredakteur

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